Marktgemeinde Ottobeuren
Marktplatz 16
87724 Ottobeuren
T. +49 (0)8332 9219-50
F. +49 (0)8332 9219-92
info@ottobeuren-macht-geschichte.de
www.ottobeuren-macht-geschichte.de




02.03.1820 - Erstausgabe Ottobeurer Wochenblatt


  • Bitte klicken Sie auf das rechte Symbol um das Dokument herunter zu laden

  • Die Datei ist zu groß, um als Vorschau angezeigt zu werden. Bitte öffnen oder speichern Sie sie über den Download-Button (hier am Fenster rechts unten).
    This file is too big to be displayed in the preview window. Please open or save it by using the download button (bottom right, next to this window).

   Download

Am 2. März 1820 erschien erstmals eine eigene Ottobeurer Zeitung. Kurios ist freilich, dass auf den ersten Jahrgang 1820 später nie eingegangen wurde, selbst die Jubiläumsausgabe zum 100-jährigen Bestehen von 1921 druckte ein Faksimile der Ausgabe vom 4. Januar 1821 ab. Das Bild zeigt den Zwischenstand der Restaurierung der Erstausgabe, S. 4 und 1.

Inhalt:
Preisliche Festlegung des braunen Winterbiers und des braunen Sommerbiers pro Maß vom Ganter (= die hölzerne Unterlage, auf der das Fass steht) mit Androhung einer Strafe im Übertretungsfall, unterzeichnet von Bürgermeister Riegg, 29.2.1820.

Im Rahmen einer „Ediktalladung“ (öffentliche gerichtliche Aufforderung zur Geltendmachung gewisser Rechtsansprüche) wird berichtet, dass der Bauer Mang Bufler aus Bossarts den mit seinen „Ereditoren“ (= Schuldner) geschlossenen Vergleich mangels Vermögen nicht bedienen kann - sozusagen eine Insolvenzanmeldung. Landrichter von Kolb vom „Königlich Baierischen Landgericht Ottobeuren“ gibt den Gläubigern über die Zeitung die Ediktstage für die Liquidation des Vermögens bekannt. Es wurden damit eingeladen, über den Verkauf bzw. die Abgabe aller Güter die Ansprüche der Gläubiger zu bedienen.

Unter dem Titel „Intelligenzblatt“ wurde amtliche Bekanntmachungen veröffentlicht. Als Quelle dürfte Ganser das „Königlich Bayerisches Intelligenz-Blatt für den Ober-Donau-Kreis (1817 - 1837)“ gedient haben, das bei „Google-Bücher“ angesehen und heruntergeladen werden kann.

Auf Seite 4 sind die Preise der Ottobeurer Schranne für die Getreidesorten Kern (= Dinkel), Roggen, Gerste und Haber (Hafer) abgedruckt, jeweils im Vergleich mit den Preisen in Mindelheim und Memmingen.

Erst im April 1909 änderte die Zeitung ihren Namen in „Ottobeurer Volksblatt“ und behielt diesen bis zur Einstellung 1941 bei. Ab 1898 bekam das Wochenblatt durch das „Ottobeurer Tagblatt“ (später vermutlich „Ottobeurer Zeitung“ genannt) Konkurrenz.

Der Jahrgang 1820 ist im Klosterarchiv erhalten geblieben - wenn auch in denkbar schlechtem Zustand - und wird zukzessive ins virtuelle Museum eingepflegt werden, sodass zukünftig nicht mehr auf das Original zurückgegriffen werden muss.