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17.12.1962 Eisenbahnunglück


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Kurz vor Weihnachten, am 17.12.1962, ereignete sich ein Zugunglück in Ottobeuren. Bei der Einfahrt in den Bahnhof um 9.15 Uhr erlitt der Zugführer einen Schwächeanfall und überfuhr - ohne zu bremsen - den Prellbock und landete in der Langenberger Straße. Der Zug kam erst zu stehen, als die Diesellok am Freibad mit einem Baum kollidierte.

Xaver Müller hatte die Szene 1983 in zwei Aquarellen verewigt, die im Mai 1983 in der Volksbank während der Ausstellung „So war's im alten Ottobeuren“ gezeigt wurden. Sie befinden sich jetzt in Gemeindebesitz.

Die vier Farbdias wurden von Georg Filgis (*03.06.1908, † 19.02.1986) aufgenommen; deutlich zu sehen ist das Ölbindemittel auf der Straße. Der Unglücksort wurde von der Polizei abgesperrt und bewacht. Von den wenigen Fahrgästen wurde niemand verletzt, ein im Packwagen arbeitender weiterer Zugführer - Alfons Mesch - konnte sich durch einen Sprung rechtzeitig retten; der Packwagen selbst wurde völlig zertrümmert.

Walter Höring ergänzte im Juni 2015:
Mein Schwiegervater, Herr Georg Maier, befand sich zum Unglückszeitpunkt in seinem Büro als Bahnhofsvorsteher. Als der Zug hereinkam, sagte er laut: „Mensch, der fährt aber schnell rein!“
Außer Herrn Mesch befand sich noch der Schaffner Josef Dietrich im Zug. Herr Dietrich bestätigte mir gegenüber in mehreren Gesprächen, dass auch er vorher abgesprungen sei.

50 Jahre später schrieb Brigitte Unglert-Meyer in einem Artikel der Memminger Zeitung (vom 28.12.2012) in einem Rückblick über den spektakulären Unfall. Im Interview berichtet die Frau des zweiten Zugführers, die 79-jährige Maria Mesch, über das Unglück.

Unfälle gab es auch schon früher: Am 24.01.1911 fuhr eine einfahrende Lokomotive gegen den Prellbock und entgleiste. In Ausgabe 11 des Ottobeurer Volksblatts vom 26.01.1911 hieß es auf Seite 1 wörtlich:
Heute Dienstag, den 24. Januar, fuhr der gegen 9 Uhr vormittags hier eintreffende Lokalbahnzug 3 bei der Einfahrt infolge mangelhafter Bremswirkung auf den Prellbock auf, so daß die Lokomotive mit der vorderen Achse entgleiste. Dabei erlitten 2 Reisende geringfügige Verletzungen. Der Materialschaden ist unbedeutend. Der Lokalzug 4 mußte ausfallen, weil eine sofort fahrbereite Lokomotive in Ottobeuren nicht zur Verfügung stand.