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23.11.1879 - Aufnahms-Karte in den Pfarr-Cäcilien-Verein


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Als 28. Mitglied wurde im November 1879 wurde der Gerber Theodor Ripfel in den Pfarr-Cäcilien-Verein Ottobeuren aufgenommen. Die Verbindung mit der Pfarrei wird durch die Unterschrift von Pater Hermann Koneberg (Pfarrer in Ottobeuren von 1871 - 89) deutlich sowie mit dem Kirchenchor durch die Unterschrift von Dirigent Florian Vicari. (Vicari war am 1.10.1874 mit seiner Frau und drei kleinen Kindern nach Ottobeuren gekommen, um eine Stelle als Lehrer und Chorregent anzutreten; s. Bericht zum 25.-jährigen Jubiläum im Ottobeurer Wochenblatt vom 4.10.1899)

Die Beitragsnummer (28) legt nahe, dass es sich um ein Gründungsdokument handeln muss. Näheres wird die Einsichtnahme im Ottobeurer Wochenblatt bringen!

Hier zwei allgemeine Quellen zur Erläuterung der Vereinsziele, auch wenn damit Ottobeurer Besonderheiten noch nicht geklärt sind:

Bei Wikipedia heißt es (am 14.03.2013):

Der Begriff Cäcilianismus bezeichnet eine nach der angeblich im 3. Jahrhundert lebenden Märtyrerin und als Patronin der Musik geltenden Heiligen Cäcilia benannte katholische kirchenmusikalische Restaurationsbewegung des 19. Jahrhunderts. Sie verlangte eine Rückbesinnung und Orientierung auf einen an Palestrina angelehnten A-cappella-Stil, für den die Anhänger des Cäcilianismus den Begriff der altklassischen Vokalpolyphonie prägten. Die literarischen, musikwissenschaftlichen und praktischen musikalischen Bemühungen in dieser Richtung ab Beginn des 19. Jahrhunderts mündeten schließlich in die Gründung des Allgemeinen Cäcilienverein für die Länder deutscher Sprache durch den Theologen und Kirchenmusiker Franz Xaver Witt (1834−1888) im Jahre 1868. Aufgrund des Breve Multum ad movendos animos von Pius IX. vom 16. Dezember 1870 wurde es eine Organisation päpstlichen Rechtes. Heute gibt es für Deutschland, Österreich und die Schweiz jeweils einen eigenen Cäcilienverband.

Ein alter Lexikoneintrag (Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3., Leipzig, 1905, S. 681-682) lautet:

Cäcilienvereine, Name von Vereinigungen zur Pflege kirchlicher Musik, nach der heil. Cäcilia (s.d.). Schon Palestrina gründete in Rom einen »Verein der heil. Cäcilia«, den Gregor XIII. als Brüderschaft bestätigte und Pius IX. in Anerkennung seiner im Lauf der Jahrhunderte erworbenen großen Verdienste 1847 zu einer Akademie umgestaltete. Der Londoner Cäcilienverein (Caecilian Society) wurde 1785 gegründet und machte sich bis 1861 durch Ausführung von Oratorien (besonders von Händel und Haydn) verdient. Der »Cäcilienverein für alle Länder deutscher Zunge«,[682] 1867 von Fr. Witt in Regensburg gegründet, 1870 durch päpstliches Breve bestätigt, erlangte eine besondere Bedeutung durch seine Bemühungen um die Wiederbelebung der polyphonen Kirchenmusik der Palestrina-Epoche. Organ desselben sind die »Fliegenden Blätter für katholische Kirchenmusik«, jetzt redigiert von F. X. Haberl. Weltliche Gesangvereine nennen sich wohl auch C., wenn sie speziell den a cappella-Chorgesang pflegen.

Der Mitgliedsausweis aus dem Nachlass von Hermann Köbele wurde durch Wolf Köbele (München) zur Verfügung gestellt.