Marktgemeinde Ottobeuren
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1926 - Das Ottobeurer Wappen als Reklamemarke von Kaffee Hag


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Ab 1926 brachte Kaffee Hag Sammelbilder mit den Wappen deutscher Kommunen heraus. Dafür hatte man keinen geringeren als den Heraldiker und Schriftgrafiker Otto Hupp (21.05.1859 - 31.01.1949) engagiert.

Bei Wikipedia heißt es: „3460 seiner Wappenbilder wurden als Sammelkarten der Firma Kaffee HAG in den Jahren 1913–1918 und 1926–1938 veröffentlicht. Insbesondere diese Sammelbilder trugen dazu bei, die Wappenkunst der Allgemeinheit näher zu bringen.“ Selbst im Ausland gab die Firma Sammelalben heraus („Die Wappen der Republik Österreich“, „Grbovi Jugoslavije“, „Arms of Cities and Towns of the British Isles“ oder - auf Deutsch und Tschechisch, „Wappen der Tschechoslovakischen Republik“ bzw. „Znaky Republicky Ceskoslovenske“). Die abgebildete Marke zeigt den Vorläufer (27.10.1817 - 03.01.1938) des heute gültigen Wappens.

Nachdem die Ottobeurer Marke (im Format 5,5 x 4 cm) die Nr. 50 trägt, dürfte sie bereits 1926 erschienen sein. Auf der Rückseite der Marken finden sich statistische Angaben zu den jeweiligen Orten. Für Ottobeuren heißt es:

              Ottobeuren
Markt, 2583 Einwohner (1925)
Wappen: In Blau  auf grünem
Boden das Bild d. zweitürmigen
           Klosterkirche.

Im Laufe der Jahre werden rund
3000 solcher Marken erscheinen.
                 Nr. 50
             Kaffee Hag
            Coffeinfreier
           Bohnen-Kaffee

Bei Wikipedia heißt es unter Ottobeuren:
Das (heutige) Wappen wurde am 4. Januar 1938 durch Erlass des Reichsstatthalters in Bayern genehmigt.
Der Markt Ottobeuren ist die einzige Gemeinde im Landkreis, die nach 120 Jahren während des Dritten Reiches ein gänzlich neues kommunales Wappen erhielt. Dieser in der Heraldik durchaus ungewöhnliche Vorgang hatte seine Ursache darin, dass nach dem Willen des Landrichters des Marktes Ottobeuren 1818 zunächst ein gespaltener Wappenschild mit den bayerischen Rauten und einem halben silbernen Adler unter Bezug auf den früheren Reichsstift Ottobeuren verliehen werden sollte.
Dieses Gedenken an die Klosterherrschaft war jedoch für die damaligen Machthaber nicht zeitgemäß und auch ein Verbot von 1818, den Doppeladler des früheren Reiches zu führen, stand dem entgegen. Ottobeuren erhielt somit vom Bayerischen Staatsministerium des Äußern das Wappen zuerkannt, das „in einem silbernen Schild auf grünem Grunde ein gotisches Münster mit zwei rotgedeckten Türmen“ zeigt.

Die Marke mit dem Ottobeurer Wappen war genau in der Mitte einer Sammelkarte mit insg. neun schwäbischen Wappen (Oberhausen, Oberstaufen, Oberstdorf, Öttingen i. Bayern, Pfaffenhausen, Pfaffenhofen a.d. Roth, Rain und Rennertshofen). Die Sammelkarte ist 16 cm breit und 22,5 cm breit plus 2 cm Falz zum Einheften. Auf der Rückseite ist noch etwas mehr Platz für Erläuterungen als auf der Markenrückseite. Es heißt zu Ottobeuren:

50 Ottobeuren Markt, 2583 Einwohner (1925) Wappen: In Blau auf grünem Boden das silberne Bild der zweitürmigen Ottobeurer Klosterkirche.
Der um das alte Benediktinerkloster erwachsene Ort wurde schon sehr früh Markt genannt und erhielt von Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1557 ein Marktgericht. Ein älteres Siegel ist aber nicht bekannt geworden, und was dafür ausgegeben wird, ist nur ein Kanzleisiegel des Klosters aus dem 18. Jahrhundert. Am 27. Oktober 1817 erhielt der Markt zum Wappen das Bild der erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts vollendeten Kirche, wobei die Farben ungenügend angegeben wurden, so daß sie hier ergänzt werden mußten.

Vorlage und Abschrift: Helmut Scharpf