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12.12.1911 - Die Genossenschafts-Sennerei in der Oberen Straße


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Das Gebäude ist noch dasselbe, es ist aber aufgrund der Umbauten in der ursprünglichen Form nicht mehr erkennbar. Wo sich früher die abgebildete Sennerei, findet sich heute (2014) die Frisch-Filiale in der Oberen Straße.

Wer die abgebildeten Personen sind, hat sich bislang noch nicht ergründen lassen, die Aufnahme ist jedoch recht detailscharf. (Ev. der Unterzeichner der Karte, Moosmann). Es ist sicherlich kein Zufall, dass die Bildpostkarte eines Münchner Händlers am 12.12.1911 an die Käserei Stepfansried - und dort an einen Xaver Frischknecht ging, denn vermutlich besteht hier ein Zusammenhang mit der späteren Käsegroßhandlung Frischknecht in der Bergstraße. Im Text heißt es etwas bedeutungsschwanger:
„Guter Freund. Ich ersuche dich am Donnerstag ganz bestimmt zu mir zu kommen ich weiß die etwas wichtiges. Freundlich(er) Gruß. Ottobeuren den 12.XII.1911. Otto Moosmann“

Zuständig war die Sennerei für die Milch aus dem oberen Flecken bis Böglins, in den 1960er Jahren ging man mit Niederdorf zusammen, wo fortan gekäst wurde (Limburger, Romadur und Butter), in der Oberen Straße wurde die Milch nur noch abgegeben und gekühlt. Fahrer eines „Milchautos“ war ein Herr Meiser, der den Tankwagen der Zentralmolkerei, ev. Opel Blitz) fuhr. Meiser hatte drei Töchter (alle 10 Jahre eine!), Gabi lebt heute in Trunkelsberg, Luise lebt „beim Hoffman unda" (Sanitär Hoffmann in der Alexanderstraße), Frederike in Gottenau ist schon gestorben. Manchmal war Meiser auch zum Bedienen der Maschinen eingesetzt.

Ab wann die Molkereigenossenschaft Ottobeuren (heute steht dort die Genobank) und die Sennerei zusammengehörten, ist noch nicht recherchiert. Hatte die Molkerei aufgrund geringer Nachfrage einen erhöhten Platzbedarf, dann wurde in der Sennerei auch Trockenmilchpulver gelagert. Siegfried Maier (der „Konohofer“, Erlerstraße) erinnerte sich (am 23.04.2014) noch daran, dass wenn man nachts spät heimkam, man noch in die Sennerei an die Walze ging, um sich eine handvoll Trockenmilchpulver herauszugreifen. Maier erinnert sich auch an Ludwig (?) König mit seiner Anni; sie war eine „gute Seele“, die den Kindern immer mal etwas Geld gegeben hat, damit sie sich beim Reichenwallner gegenüber etwas kaufen konnten.

Der Molkereigenossenschaft Ottobeuren stand Anton Schmid (Vater des späteren SPD-Gemeinderats Erwin Schmid, *28.1.1938 in Ottobeuren, †11.03.2018) als Geschäftsführer vor, Josef Hatzelmann war Vorstand.

Wer etwas beitragen kann, bitte auf Kontakt gehen! Beispielhaft für die Konditionen der Zeit sei hier ein Milchliefervertrag für Winter-Milch zwischen Andreas Holderied und der Molkerei in Hawangen eingestellt. Das Formular wurde bei „Th. Otto's Buchdruckerei in Memmingen“ gedruckt.

Die Karte wurde von Helmut Scharpf, der Vertrag von Siegfried Maier zur Verfügung gestellt.