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29.05.1964 - Briefmarkenausstellung mit Sonderstempel


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Zeitgleich zur Herausgabe der Ottobeuren-Briefmarke kam es zu einem weiteren postalischen Highlight: Vom 29.05. bis 07.06.1964 fand eine Briefmarkenausstellung statt, zu der es einen eigenen Sonderstempel gab (Stempeltext: „Briefmarkenausstellung, 1200 Jahre Benediktinerabtei“).

Veranstalter war die „Sammlergilde St. Gabriel“ aus St. Ottilien. Wie man auf der Eintrittskarte lesen kann, war (und ist) die Sammlergilde auf christliche Motive spezialisiert. Acht Benediktinerklöster aus dem ganzen mitteleuropäischen Raum und ein Sammler aus Wien waren mit zum Teil sehr wertvollen Ausstellungen vertreten:
Kloster Beuron: „Das heilige Messopfer“ mit einem liturgischen Text zum Weihnachtsgeheimnis
Kloster Disentis (Schweiz): „Geschichte und Kultur der abendländischen Mönche“ -  eine Art Geschichtsbuch über den Benediktinerorden
Kloster Maria Laach mit zwei Serien: „St. Benedikt und sein Werk in philatelistischer Schau“ sowie „Die Frohbotschaft unseres Herrn nach den vier Evangelisten“
Kloster Engelberg: „Der hl. Benedikt und sein Orden“
Abtei Gerleve: „Der hl. Benedikt“
Kloster Mariendonk (Niederrhein): „Die Geschichte unseres Heils“
Abtei Plankstetten: „Gregorianischer Choral und geistliches Lied“ sowie eine Sammlung zur „Kirchengeschichte“
Kloster Weingarten (Pater Ulrich Merkle): „Das Kirchenjahr und seine Heiligen“
Ein Sammler aus Wien: „Marienlehre in Briefmarken“

Die Memminger Zeitung berichtete am 30.05.1964 und führte am Ende aus:
Die Ausstellung will der Jugend und den Erwachsenen einen Hinweis für die Bereicherung der Freizeit geben. Bei dieser Art von Sammlung ist nicht der Wert der Briefmarke ausschlaggebend, sondern die Gestaltung des Themas. Dadurch wird die einfache Briefmarke in ihrem Wert gehoben.

Die Ausstellung fand im Hause der Kurverwaltung (heute: Touristikamt im Haus des Gastes) statt und war von 10 - 18 Uhr geöffnet. Im selben Zeitraum gab es dort ein Sonderpostamt zur Herausgabe der Ottobeuren-Briefmarke. Der Stempel zur Ausstellung ist recht selten, ganz im Gegensatz zum Ersttagsstempel der Briefmarke.

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Der hier abgebildte Beleg ist durchaus ungewöhnlich:

Vom 03.09.1948 bis zum 27.09.1990 (gültig bis 31.12.1991) gab die „Deutsche Post Berlin“ bzw. „Deutsche Bundespost Berlin“ eigene Marken heraus, die auch im Bundesgebiet gültig waren. Ein Sammler - Frank Seifried - frankierte einen Brief mit vier Berlinmarken („20 Jahre Schöneberg“, Michel Nr. 233, gültig bis 31.12.1965) per Einschreiben und Luftpost nach Veerssen, mit dem Vermerk „Ersttagsstempelung“. Der Haken war nur, dass die Marken offiziell erst am 30. Mai 1964 herauskamen. Leider beistimmt nicht so wertvoll wie die sogenannte „Gscheidle-Marke“!