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25.12.1914 - Hoffnung auf dauerhaften Frieden


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Ausnahmsweise steht bei der Ansichtskarte von Markplatz und Abteikirche einmal nicht das Bildmotiv im Vordergrund, sondern der Text. Die Parole „bis Weihnachten seid ihr wieder zuhause“ wurde zum Rohrkrepierer und dennoch schwingt im Kartentext von Cenzi Petrich aus dem (damaligen) Haitzener Ortsteil Schellenberg an ihre Schwester Franziska Maurus in Berg eben diese Hoffnung wieder.

An Frau Franziska Maurus
Landwirtsgattin
in Berg Hs. No. 31
Post Obergünzburg
frei!

Schellenberg, den 25. Dezember 1914.

Liebe Schwester!

Zum herannahenden Jahreswechsel die besten herzlichsten Glückwünsche, gebe der lb. Gott, daß ein gutes neues Jahr komme mit dauerndem Frieden, u. daß es alle unsere Lieben wieder in die lb. Heimat zurückbringe. Von Joseph haben wir seit dem Brief nichts mehr bekommen. Bisher leben bei uns noch alle. Der Vater ist gut heimgekommen. Besten Dank für deine übersandten Sachen; die Freude war sehr groß besonders beim kl. Bubi der nim(m)t den kl. Mann täglich mit ins Bett. der Mang war auch 3 Tage bei uns ist je(t)zt wieder an seinem Pla(t)z, er wird wieder bleiben.

Leopold war nicht in Saulengrain das Wetter war zu schlecht. Von Joseph sind auch 20 M(ark) eingelaufen für den Vater, ich habe die Flamme wieder entfacht bevor sie ganz erlischt.

Nochmals die besten Wünsche u. Grüße Cenzi u. Leopold Petrich mit g. Familie.

Viele Wünsche u. Grüße von Anna. Sie wird besonders in diesen Tagen für den Joseph beten.
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Mögen diese Gebete anfangs noch erhört worden sein: Das Kriegerdenkmal listet Josef Petrich für das Jahr 1916 als gefallen auf.