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01.06.1937 - Buch über die Briefwechsel von Nikolaus Ellenbog (1481-1523)


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Das Buch über die Briefwechsel von Pater Nikolaus Ellenbog (18. März 1481 in Biberach, † 06.06.1543 in Ottobeuren) gehört zu den für unsere Geschichte wichtigen Schlüsselwerken, bringt es uns doch auf 528 Seiten seine auf Latein geführten Korrespondenzen in deutscher Übersetzung näher. Nicht von ungefähr wurde dem Humanisten in Ottobeuren eine Straße gewidmet.

Ellenbog kam am 23.02.1504 nach Ottobeuren, seine Primiz feierte er hier am 19.04.1506. Das Kloster hat er seitdem kaum mehr verlassen, manchmal auf Dienstreise als Begleitung des Priors, zum Besuch von Verwandten oder auf der Flucht - insbesondere hielt er sich 1525 mehrere Monate in Isny auf, nachdem die Bauern bei ihrem Aufstand das Kloster verwüstet hatten. Auf S. LXXXI heißt es dazu:
Als er heimkehrte, fand er traurige Verhältnisse. In der Kirche waren Altäre beschädigt, Bilder und Reliquien vernichtet. Die Klostergebäude waren teilweise zerstört, Öfen umgeworfen, Fenster zertrümmert, die Bibliothek in Unordnung gebracht, teilweise beraubt und verbrannt.

In der Einleitung des Buches (S. XLV) erfahren wir von den allgemeinen Umständen in der Zeit von Ellenbogs Klostereintritt:
Die äußeren Verhältnisse im Kloster waren beim Eintritt Ellenbogs nicht erfreulich; es war durch den ihm aufgedrungenen Abt Wilhelm von Lustenau (1460-1473) in Schulden geraten und drohte der Verweltlichung und der Auflösung zu verfallen. Nach seiner Absetzung war es zu einem Schisma [Spaltung der Glaubensgemeinschaft] gekommen, in dem sich der tüchtige Nikolaus Röslin (1479-1492) trotz vieler Widerstände behauptet hatte. Sein Nachfolger Matthäus Ackermann (1492-1508) hat nicht bessere Verhältnisse geschaffen; er wurde denn auch 1508 zur Resignation [zum Rücktritt] gezwungen. Ellenbog vermochte das nicht irre zu machen. Mit glühenden Worten schilderte er die schöne landschaftliche Lage des Klosters auf der kleinen Anhöhe, erfreute sich der grünen Wiesen, den klaren rauschen Bächen, den fruchtbaren Fluren. An Alter, an Privilegien, an kostbaren Reliquien sah er Ottobeuren von keinem andern Kloster übertroffen. Man muß den Brief lesen, mit dem er seinen Bruder zum Besuch dieser Stätte einlädt. Und der Geist des Klosters muß nach der Zeichnung, die er von den etwa zwanzig Mönchen gibt, die es zählte, trotz der vorher erwähnten Mißstände ein vortrefflicher gewesen sein.

Literaturzitat:
Bigelmair, Andreas, Zoepfl, Friedrich (Autoren), Corpus Catholicorum (Hrsg.): Nikolaus Ellenbog, Briefwechsel, Verlag der Aschendorffschen Verlagsbuchhandlung, Münster, 1938, 528 S., 3 Bildtafeln, Format 17,5 x 24 cm

Beide Autoren waren katholische Priester und Historiker. Dr. Bigelmair (*21.10.1873) starb am 29.03.1962, Dr. Zoepfl (*16.01.1885) am 19.12.1973.

Es finden sich im Internet ein Vielzahl von biografische Angaben zu Ellenbog, z.B. hier.

Unser Dank gilt dem Verlag Aschendorff (Münster, Ute Weismüller) und dem Herausgeber Corpus Catholicorum (Freiburg, Prof. Dr. Peter Walter) für die Freigabe des Werkes. Das Digitalisat hat knapp 300 MB. Speichern Sie es vor dem Öffnen deshalb über den Downloadbutton vorher auf Ihrem Rechner ab. Über die Tastenkombination "Strg + f" ist das Buch (aus der Sammlung von Helmut Scharpf) voll textdurchsuchbar (OCR-Scan). Den Download des Buches können Sie am besten gleich hier beginnen.