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11.11.2014 - Das „Ottobeurer Heimatbuch“ wird öffentlich vorgestellt


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Reinald Scheule hatte die Idee, als Beitrag des „Heimatdienstes Ottobeuren und Umgebung“ zum Jubiläumsjahr 2014 ein Heimatbuch herauszugeben. Zur öffentlichen Präsentation im Hirschsaal kamen knapp 100 Interessierte, darunter auch viele geladene Gäste, denen für ihre Institutionen (Gemeinden, Bücherein, Schulen, Kindergärten, Abtei) je ein Exemplar überreicht wurde.

Die Veranstaltung wurde umrahmt von der neu formierten „Jugendkapelle Günztaler“ (Ltg. Wolfgang Kirchmann). Die Mitglieder gehören den Stammkapellen Böhen, Markt Rettenbach, Engetried, Eutenhausen/Mussenhausen und Ottobeuren an. Im Anschluss an die Veranstaltung wurde das Buch erstmals verkauft (19,50 €), was viele nutzten, um es sich von den anwesenden Autoren signieren zu lassen. Verkauft wurden an diesem Abend ca. 70 Stück.

Literaturzitat:
Touristikamt Kur & Kultur Ottobeuren (Hrsg.), AZ Druck und Datentechnik, Kempten, 11.11.2014, 183 S., Auflage 2000, 17x24 cm, 19,50 €, keine ISBN
(Verkauf über das Touristikamt)

Bürgermeister German Fries ging in seiner Begrüßung auf den Heimatbegriff ein. Mit dem Heimatbuch werde Vergangenes bewahrt, Gegenwärtiges erklärt und Künftiges geschaffen. Der Begriff Heimat sei schwer zu fassen, jeder verstehe darunter etwas anderes. Das Heimatbuch sei ein „facettenreiches Kaleidoskop“, das in seiner Vielfalt mehr als die Summe seiner Teile ist und den Eindruck von Heimat vermittle. Heimat verstehe man erst dann, wenn man sie nicht mehr habe, wenn sie fehle. Das Buch biete ein Stück Heimat, das einen begleite, „egal ob zu Hause oder in der Fremde“, so der Bürgermeister.

Reinald Scheule (*17.08.1930 in Pfaffenhausen) stellte auszugsweise den Inhalt vor, der zu großen Teilen aus den Artikeln („Blick in die Heimat“) besteht, die der Heimatdienst zwischen 2010 und 2014 im Life veröffentlichte. Manche hätten diese Artikel gesammelt, es reifte jedoch der Gedanke, sie zusammenzufassen, an das Jubiläum anzuknüpfen und in Buchform herauszubringen. Seinen Dank sprach der Initiator des Buches Herrn Peter Kraus vom Touristikamt aus, der die Initiative in mündlicher Absprache mit dem früheren Bürgermeister Bernd Schäfer weiterverfolgte. Die Texte mussten in den Computer eingegeben (Monika Bernhard, Christine Knoflicek) und Korrektur gelesen werden (Theresia Kaspar). Brigitte Unglert-Meyer machte alles für die Druckerei fertig (bei AZ Druck waren Thorsten Maschler und Roman Malek federführend).
Die Artikel folgen einer chronologischen Reihenfolge, beginnend mit den Kirchenpatronen Alexander und Theodor bis in die Zeit um 1300. Nach einer Lücke geht es in der Barockzeit weiter und diversifiziert sich dann in den Themen, u.a. über einige Gebäude und kunsthistorische Betrachtungen oder Dialektbeiträge.
Der Redner zitierte zur Auflockerung den Text „Der alte Bauer“ von Arthur Maximilian Miller, ein Mindelheimer, der seinen Lebensabend in Ottobeuren im sog. „Ruhestandsappartement“ verbrachte und dort 1992 starb. Auch auf das virtuelle Museum von Helmut Scharpf ging Herr Scheule ein sowie auf die Idee von Touristikamtsleiter Peter Kraus, das aktuelle Jubiläumsjahr in Bildern Revue passieren zu lassen.
Der Initiator hob hervor, dass das Buch doch „ein schönes Weihnachtsgeschenk“ sei, das auch in einigen Jahrzehnten noch modern sei. Man dürfte es nicht als Geschäft sehen - keiner der Beteiligten habe ein Honorar erhalten. Es sei vielmehr „ein Dienst an der Gemeinschaft“, eine Mühe, die sich kaum jemand so schnell wieder unterziehen werde.
Herr Scheule in einem abschließenden Gedanken: „Die Heimatgeschichte ist ein Stück Klostergeschichte. Die Klostergeschichte ist ein Stück Heimatgeschichte. Dieses Buch besteht aus Stücken, es ist Stückwerk. Es kommt darauf an, diese Stücke untereinander richtig zu verbinden, so dass durch sie Leben und Geist strömen kann und aus den Stücken wieder ein Ganzes entstehen kann. Möge das Ottobeurer Heimatbuch dazu hilfreich sein.“

Mitautor, Klosterarchivar und Vorsitzender des Heimatdienstes, Pater Rupert Prusinovsky OSB, erläuterte sein Verständnis von Heimat: „Heimat ist nicht nur dort, wo ich geboren wurde, wo ich aufgewachsen bin und wo ich momenan lebe, Heimat ist überall dort ganz besonders, wo man sich gegenseitig kennt, wo man sich gegenseitig grüßt. Dort fühle ich mich wohl.“

Er ging auf den Heimatdienst Ottobeuren ein, 1948 von Max Holzmann gegründet, der den Gedanken der Heimat hochhalten möchte. Heimat sei nicht nur Vergangenheit, sondern auch Gegenwart. Gegenwart und Zukunft zu gestalten gelinge nur sinnvoll, wenn man die Vergangenheit nicht aus dem Augen lasse.
30 der 53 Seiten, die bisher in der Reihe „Blick in die Heimat“ erschienen seien, habe Reinald Scheule verfasst, der auch die Idee zu der Reihe gehabt habe. Er habe dabei auch auf den Kurkalender zurückgreifen können. Selbst habe er 16 Beiträge gestaltet, Günther Städele aus Sontheim 6 und Brigitte Unglert-Mayer einen. Bedingt durch „den Jubiläumstrubel“ endeten die Beiträge vorläufig im Mai 2014. Sie sollen 2015 jedoch mit dem Thema Ottobeuren im 1. Weltkrieg fortgesetzt werden.

Mit den Beiträgen im „Life“ sei man bei 10 Euro Mitgliedsbeitrag, 105 Mitgliedern und über 1000 € Jahreskosten freilich auch ein finanzielles Risko eingegangen. Aber im Hinblick auf die Auflage von 4.600 Exemplaren sei es eben auch gelungen, die Themen 4.600 Mal in die Haushalte zu tragen.
Pater Rupert zollte seinen Respekt, was mit dem Heimatbuch entstanden sei. Der Heimatdienst habe schon lange keine Publikation mehr herausgebracht, zuletzt die Werke über die Ottobeurer Straßennamen, (von seinem Vorgänger, Richard Harzenetter 1992 herausgebracht) und das 1995 erschienene Buch Ottobeuren vor 50 Jahren, in dem es darum geht, wie Ottobeuren das Kriegsende erlebte, ein Werk, das sogar schon in Ausstellungskatalogen erwähnt werde. Nach Beendigung seiner Rede oblag es dem Klosterarchivar, das Heimatbuch einer Reihe von Institutionen zu überreichen, den Kindergärten Maria Stern (Alexandra Schmid), St. Alexander (Georgine Wölfle) und Arche Noah (Herr Walter), der Kinderkrippe St. Theodor (Anna Borgardt), dem Waldkindergarten (Elternbeirat Thomas Vögele), Kindergarten Böhen (Nicole Schulz) und Kiga Hawangen (Gabriele Schönthal), der Grundschule Ottobeuren (Ulrike Sprick), der Mittelschule Ottobeuren (Michael Stürmer) und dem Rupert-Ness-Gymnasium und der Realschule Ottobeuren (Dr. Otto Schmid), der Kreisklinik Ottobeuren (Karl Heinz Kirmaier), dem Spital St. Josef (Gerhard Straub) und der Hafner-Villa (Susanne Vonier) und dem Lebenszentrum (Alice Roßbach).

Nach einem weiteren Musikstück durch die Jugendkapelle übernahm Bürgermeister Fries die Aufgabe, einmal alle Mitglieder des Konvents namentlich vorzustellen: Abt Johannes Schaber, seine beiden Vorgänger Altabt Paulus Weigele und Altabt Vitalis Altthaler, der längjährige Prior Pater Dr. Theodor Lutz, der seit 2014 amtierende Prior Pater Christoph Maria Kuen, Pater Benedikt Kuen, der gerade seine Jubelprofess feiern durfte, Pater Rupert Prusinovsky, Pater Alexander Hoppert, Pater Beda Lange, Pater Magnus Klasen und die Fratres Tobias Heim,  Clemens Strobl, Stephanus Hartmann, Bonifazius Scholz, Bernhard Fischer („gerade 85 geworden, begnadeter Handwerker“), Nikolaus Imminger, Josef Maria Hörberg und Herr Jörg Renner, „der in Ottobeuren vielleicht eine neue Heimat findet“.

Der Bürgermeister nannte auch die Ehrenbürger (Martin Frehner, das Ehepaar Edith und Alois Berger), die Ehrenringträger (die ehemal. 2. Bürgermeisterin und jetzige Seniorenbeauftragte Rita Mayer sowie Dr. Franz Fackler) und die Inhaber der Bürgermedaille (Walter Fackler, Anna und Erwin Horber, Leonhard Albrecht, Dr. Franz-Josef Dazert, aus Norcia Domenico Coccia, Organist Adalbert Meier, Max Martin, Gerhard Handl, Kurt Heinrich, Hermann Albrecht sowie Peter Baur)
Diese Liste muss nochmals überprüft werden (Schreibweisen, Status)

Das Inhaltsverzeichnis (mit Seitenangabe):
Einleitung von Reinald Scheule (3), Der heilige Alexander - Schutzpatron von Ottobeuren (8), Der heilige Theodor - zweiter Schutzpatron von Ottobeuren (11), Bischof Ulrich und Ottobeuren (12), Abt Rupert I. 1102-1145 (14), Das Barockkloster Ottobeuren 1711-1725 (16), Die Klosterkirche Ottobeuren 1737-1766 (18), Das Romanische Gnadenkreuz in der Basilika 1766 (22), St. Michael auf dem Buschelberg 1715 (28), Das „Ämtergebäude“ und seine Geschichte 1742 (32), Karl Joseph Riepp 1710-1775 (34), Die Säkularisation (36), Franzosengräber in Ottobeuren (44), Pater Ulrich Schiegg 1752-1810 (46), Die Wallfahrt zu „Unserer Lieben Frau von Eldern“ (48), Klosterwald (52), Das Rathaus (56), Das Haus des Gastes (58), Vom Armenhaus zum Altenheim - Vom Siechenhaus zum Krankenhaus (60), Sebastian Kneipp (62), Die Hitlereiche von Ottobeuren (72), Dr. Theodor Breher - Mönch, Abt, Bischof (74), P. Rupert Reiner OSB 1897-1974 (76), Fr. Felizian Lutz OSB 1898-1969 (78), Die Krippe der Benediktinerabtei Ottobeuren (80), Sebastian Osterrieder (82), Joseph Bareth - Joseph von der Günz 1858-1933 (84), Sepp Jakob 1925-1993 (88), Otto Steiner 1924-2010 (90), Arthur Maximilian Miller und Ottobeuren (94), Denkmale auf dem Weg zur Klosterpforte (96), Der Marienbrunnen (100), Die Geschichte einer Straße (102), Der beliebte Bannwald und das Motzabächle (104), Der Partnerschafts-Gedenkstein (106), Das Sühnekreuz (108), Bruder Klaus Friedenskrypta (112), Die Ottobeurer Konzerte (116), Ort Internationaler Begegnungen (120), Die Städte-Partnerschaften (122), Reformen verändern Strukturen unserer Heimat (124), Der Meister von Ottobeuren (126), Ein neu entdecktes Meisterwerk von Hans Strigel d.J. (128), Ottobeuren - Wann gegründet? (130), Ottobeuren - einst Zentrum eines Klosterstaates (132), Die Pfarrkirche St. Stephan in Hawangen (134), Pfarrkirche St. Georg in Böhen (136), Ollarzried auf dem Weg zum Pfarrdorf (138), Die Pfarrkirche St. Martin und Mauritius in Sontheim (140), Richard Harzenetter (142), Die Pfarrkirche St. Andreas Attenhausen (144), Die Pfarrkirche St. Afra in Lachen (146), Die Pfarrkirche St. Johann Baptist in Ungerhausen (150), Das Prager Jesulein in Niederdorf (152), Die Legende vom Öchslein an der Krippe (154), Hinterglasbild von Erich Schickling (156), Bild von Diether Kunerth (158), Ottobeuren und der Kosmos (160), „Wieder amol schwäbisch schwätza“ - „So isch gwea em Ontra Fleacka“ von Hermann Schmid (162) - „St. Petr, Schutzpatro vom Fleaka“ von Karl Schnieringer (166) - „Am Motzabächle entlang“ von Martin Egg (168) - „Mein Schneckenhäuslein“ und „Der alte Bauer“ von Arthur Maximilian Miller (169), Nachwort (170), www.ottobeuren-macht-geschichte.de (171), Bilderläuterungen (172), Impressionen vom 1250-jährigen Jubiläum der Benediktinerabtei Ottobeuren (172)

Zusammenstellung und Bilder (Helmut Scharpf, 13.11.2014)