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06-1801 - Karte der Herrschaftsverhältnisse im Bezirk Schwaben und Neuburg


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Die 1906 vom Historischen Verein für Schwaben und Neuburg herausgegebene Karte ist von großer Bedeutung, denn sie gibt die Herrschaftsverhältnisse unmittelbar vor der Säkularisation bzw. Mediatisierung wieder. Auch das Ottobeurer Staatsgebiet hatte sein Maximum erreicht.

Im ganzen Reichsgebiet gab es kein Territorium, das so zersplittert war, wie das des heutigen Regierungsbezirks Bayerisch-Schwaben: 5 weltliche und 5 geistliche Fürsten waren Landesherren, 89 Grafen, Freiherren und Adelige, 8 Reichsstädte, 2 geistliche Ritterorden (Malteser und Deutschorden), 17 Reichsstifte als Landesherren und 30 Stifte und Klöster als Grundherren.
Zur Karte, die nach der archivalischen Recherche von Prof. Dr. Alfred Schröder geplant und von seinem Bruder, Hauptmann Hugo Schröder, kartografisch ausgeführt wurde, erschien im Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen 1906 ein Artikel von Alfred Schröder.

Das Startbild zeigt den Kartenausschnitt mit dem Territorium der Abtei Ottobeuren (grauer Grund und Ziffer 36), die Gebietsteile Niederrieden und - als nördlichster Landesteil - Egg waren nur über „fremdes Gebiet“ erreichbar - sozusagen „Ausland“. Böhen im Süden, Benningen im Westen und Unteregg im Osten bildeten die äußeren Grenzen. Das Guggenhierle war eine zwischen Eheim und Markt Rettenbach gelegene Einöde; der Begriff wird heute noch für den Höhenrücken, der - zwischen Schwarzbach und Feuerbach liegt und am südlichen Ende der (zu Markt Rettenbach gehördenden) Höhenstraße endet, verwendet.*
Abt Honorat Göhl - als letzter Abt des freien Reichsstiftes - war sowohl geistlicher wie weltlicher Führer.

Im Original hat die überdimensionale Karte ein Format von 106 x 80 cm, in der Nachbearbeitung wurden die Ränder leicht beschnitten, auf 104 x 80 cm. Sie können sie hier in 300 dpi - also in Druckauflösung - herunterladen (ca. 26 MB):
Sollten Sie eine Fassung im Tif-Format (mit ca. 180 MB) benötigen, bitte über den Kontaktbutton melden.

Hier abrufbar ist eine um die Hälfte verkleinerte Fassung (52 x 40 cm; 300 dpi; ca. 5,7 MB)

Literaturzitat Karte (Maßstab: 1 : 200.000)
Historischer Verein für Schwaben und Neuburg (Hrsg.), Schröder, Alfred, Schröder Hugo: Die Herrschaftsverhältnisse im heutigen Regierungsbezirk Schwaben und Neuburg nach dem Stand um Mitte 1801, 1906

Hinweis: Die Karte wurde 2003 vom Wißner Verlag Augsburg nachgedruckt und ist käuflich zu erwerben. Im Katalog von 2016 heißt es dazu: Farbiger Nachdruck der sog. Schröder-Karte, 70 x 99 cm, ISBN 978-3-89639-402-6, 20 € zzgl. Versand
Auf der Homepage des Historischen Vereins für Schwaben gibt es eine Web-Fassung.

Literaturzitat Artikel:
Schröder, Alfred: Die staatsrechtlichen Verhältnisse im bayerischen Schwaben um 1801, S. 134 - 220, in: Historischer Verein Dillingen (Hrsg.): Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen, 19. Jahrgang, Dillingen a. d. Donau, 1906, 309 S.
Das Jahrbuch ist bei der Bayerischen Staatsbibliothek online abrufbar, allerdings nur in Einzelseiten, nicht als Gesamt-pdf.
Titelseite   /  Beginn des Artikels von Schröder  / Kapitel über die „Klöster und Stifte“.

Der Gesamtartikel ist gerade in Abschrift (Franz Bermeitinger) und wird demnächst hier abrufbar sein.
Christoph Engelhard vom Stadtarchiv Memmingen sei für die Zurverfügungstellung der Originalkarte herzlich gedankt. Sie wurde in München gescannt und in Ottobeuren (ca. 50 h) nachbearbeitet.

* Die Donau-Zeitung aus Passau meldete am 8.12.1847 (Ausgabe 338): „Am 1. des Monats wurde das Wohngebäude, der Stadel und die Stallung des Söldners Andreas Steiner von der Einöde Guggenhierle k. Landgericht Ottobeuren ein Raub der Flammen.“