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12.06.1903 - Devotionalie der Marien-Verehrung


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Der Generalvikar der Erzdiözese Bamberg*, Prälat Maurer, genehmigte am 12. Juni 1903 diese schöne Ottobeurer Marien-Devotionalie. Warum sie durch die rechte Hand des geografisch von uns entfernten Bamberger Erzbischofs Friedrich Philipp von Abert genehmigt werden musste, dürfte vermutlich am Druckort liegen: Fritz Schemm errichtete als deren Gründer und Alleininhaber in Nürnberg eine „chromolithographische Kunstanstalt“, die sich als Schwerpunkt auf den religiösen Kunstverlag verlegte. Von der Druckerei sind zwischen 1885 und 1920 eine Vielzahl von Devotionalien für bayerische Kirchen und Klöster nachweisbar, darunter 1910 auch von Maria Steinbach.
Ottobeuren wurde seit der Herausgabe des ersten Kirchenführers von Pater Magnus Bernhard 1864 und der Eröffnung der Eisenbahnlinie im Oktober 1900 von einer immer größeren Zahl von Touristen und Pilgern besucht, die sich natürlich gerne ein „Andenken an Ottobeuren“ mitnahmen.
Abgebildet ist die Nordseite der Basilika (Hauptportal), darüber ist vermutlich das Gnadenbild „Unserer Lieben Frau von Eldern“ mit dem Jesuskind (Original siehe hier auf S. 1 des Wallfahrtsprogramms) zu sehen.

Zum Text der Rückseite (orthografisch und von der Interpunktion unverändert übernommen):

Gebet.
O Maria hilf doch mir,
Sieh' es fleht Dein Kind zu Dir.
Du bist's ja die helfen kann
Mutter nimm Dich meiner an.
Hilf Maria es ist Zeit
Mutter der Barmherzigkeit.
        Ave Maria.

Du bist mächtig uns aus Nöten
Und Gefahren zu erretten,
Denn wo Menschenhilf gebricht
Mangelt doch die Deine nicht.
Hilf Maria es ist Zeit
Mutter der Barmherzigkeit.
        Ave Maria.

Nein Du kannst das heiße Fleh'n
Deiner Kinder nicht verschmäh'n
Zeige daß Du Mutter bist
Wo die Not am größten ist.
Hilf Maria es ist Zeit
Mutter der Barmherzigkeit.
        Ave Maria.

Oberhirtliche Druckerlaubnis erteilt:
Bamberg, 12. Juni 1903.
Maurer, Generalvikar.
Franz Schemm, Nürnberg.

Das Format des Originals aus der Sammlung von Helmut Scharpf misst 6 x 11,2 cm.

*Ein Generalvikar steht dem Bischof bei der Leitung der Diözese zur Seite und trägt die Verantwortung für die gesamte diözesane Verwaltung.