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07.04.2018 - Streuobstwiese zur ökologische Aufwertung südlich von Ottobeuren gepflanzt


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25 Teilnehmer, u.a. Mitglieder der Bund Naturschutz-Ortsgruppe und etliche Ottobeurer, die sich auf einen Aufruf hin gemeldet hatten, pflanzten bei bestem Wetter nördlich der Gustav-Stein-Straße eine ansehnlich große Streuobstwiese: 51 Bäume, neben alten Apfelsorten auch Birnen und Zwetschgen, fanden auf der 8000 m² großen Wiese Platz. Sorten wie der Öhringer Blutstreifling, Maunzenapfel, Blauacher Wädenswil oder die Madame Verte sind klingende Namen widerstandsfähiger alter Züchtungen, die es in keinem Supermarkt zu kaufen gibt.

Jens Franke, Leiter des Landschaftspflegeverbandes Unterallgäu (LPV), hatte die Antragstellung bei der Regierung von Schwaben übernommen, Angebote eingeholt und die Aufträge erteilt, Kreisfachberater Markus Orf stellte für die Sortenauswahl eine Liste bereit. Der Ottobeurer Hobbypomologe Wolfgang Wirth traf die letztendliche Pflanzenauswahl und stellte den Pflanzplan so zusammen, dass möglichst Sorten zusammenstehen, die gleichzeitig tragen. Wirth sagte für die fachgerechte Pflege der Bäume zudem seine Unterstützung zu. Eigentlich hätte die Pflanzung bereits im Spätherbst 2017 umgesetzt werden sollen, die Förderzusage kam allerdings so spät, dass die Witterung dies nicht mehr zuließ. In der Oktoberausgabe 2017 des Ottobeuren Life war die Maßnahme angekündigt worden, um weitere Helfer zu gewinnen.

Die Firma Stahlbau Kohlruß aus Erkheim stellte den Helfern einen Bagger zur Verfügung. Das machte das Leben deutlich leichter, denn so mussten weder die Pflanzlöcher manuell gegraben, noch die Pfähle von Hand eingeschlagen werden. Arbeiten gab es ohnehin genug:  Eine Gruppe bereitete die Wurzelkörbe gegen Wühlmäuse vor, andere gruben die Bäume ein, befestigten Latten für die Verschalung, brachten als Verbissschutz Schilfmatten an oder banden die Bäume fest. Wegen der warmen Witterung ging es darum, die Bäume so schnell wie möglich in den Boden zu bekommen, um die Wurzeln vor dem Austrocknen zu bewahren. Dagegen half freilich auch ein großes Wasserfass, mit dem Grundstückseigentümer Christian Hölzle die Pflanzen gleich nach dem Einsetzen mit insg. ca. 9000 Litern wässerte.

Etliche Schaulustige blieben auf dem „Herrenweg“ – einem beliebten Spazierweg der Ottobeurer –  stehen und schauten dem bunten Treiben zu. Josef Hummel von der Fa. Blockhausbau machte dabei spontan eine Spende für die Brotzeit. Für die einen eine Augenweide, für die anderen Nahrung: Harald Zettler freute sich sich über die zu erwartende Blütenpracht für seine Bienen und pflanzte als Nachbar mit. „Das Landschaftsbild des Naherholungsgebietes am Schelmenheider Wald gewinnt deutlich und auch der ökologische Nutzen ist enorm“, so der Bund Naturschutz Kreisvorsitzende und Ideengeber der Pflanzung, Helmut Scharpf.

Einer der Mitpflanzer war von der fertigen Streuobstwiese so angetan, dass er selbst weitere Wiesen zur Verfügung stellen möchte. Und das ginge relativ einfach: Es können nicht nur Kommunen im LPV-Mitglied werden, sondern auch Privatpersonen. Auch für heuer sind für etliche weitere Streuobstanlagen Förderzusagen erteilt worden. Mitglieder des LPV müssen einen Eigenanteil von lediglich 10% übernehmen. Bei den Kosten für die aktuelle Pflanzung von ca. 5.000 Euro bleiben so lediglich 500 Euro, die der Antragsteller übernehmen muss.
Nach etlichen Stunden Arbeit war die Freude groß, etwas geschafft zu haben. „Es war eine schöne Gemeinschaftsaktion“, so der Vorsitzende der BN-OG Ottobeuren, Martin Schweiger.

Im Jahr zuvor wurden auf dem Gelände des „Allgäuer Golf- und Landclubs“ in Ottobeuren-Boschach 60 Obstbäume gepflanzt.