Marktgemeinde Ottobeuren
Marktplatz 16
87724 Ottobeuren
T. +49 (0)8332 9219-50
F. +49 (0)8332 9219-92
info@ottobeuren-macht-geschichte.de
www.ottobeuren-macht-geschichte.de




19.06.2018 - Spatenstich für das Hochwasserrückhaltebecken in Eldern


  • Die Datei ist zu groß, um als Vorschau angezeigt zu werden. Bitte öffnen oder speichern Sie sie über den Download-Button (hier am Fenster rechts unten).
    This file is too big to be displayed in the preview window. Please open or save it by using the download button (bottom right, next to this window).

   Download

Wenn schon mal ein bayerischer Minister in Ottobeuren vorbeischaut, dann muss das Vorhaben bedeutend sein. Das ist beim Bau einer ganzen Reihe von Rückhaltebecken an der Westlichen und Östlichen Günz sicherlich der Fall. Das Wasserwirtschaftsamt Kempten begann 2007 damit, die nötigen Einzelmaßnahmen zu koordinieren, mit dem Ziel, einen Hochwasserschutz für alle Günztalgemeinden zu erreichen. In fünf großen Rückhaltebecken – neben Ottobeuren auch in Westerheim, Engetried, Sontheim und Frechenrieden – sollen zukünftig bis zu acht Millionen m³ Wasser zurückgehalten werden können. Zusammen mit dem Bund steuert der Freistaat die Hälfte der 56 Mio Euro bei - plus fünf Millionen Euro für den ökologischen Gewässerausbau. Die sieben hauptbeteiligten Kommunen finanzieren die andere Hälfte; der Anteil Ottobeurens beträgt 16%, wobei sich die Summen durch den Beitritt Erkheims zum Zweckverband zum 01.01.2019 wahrscheinlich noch etwas verändern werden.
Auch der Landkreis Unterallgäu bekannte sich mit einer Beteiligung am Zweckverband Hochwasserschutz zu seiner Verantwortung: Er trägt 20% der Unterhaltskosten. In Eldern 20 wurde für die Zeit der Bauarbeiten ein Informationsbüro eingerichtet, das Jan Bielefeld betreut.

Im Ottobeurer Ortsteil Eldern wurde am 19. Juni 2018 nunmehr der Spatenstich für das erste Becken gefeiert. Mit dabei Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz (und MdL) Dr. Marcel Huber, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten Karl Schindele, MdB Stephan Stracke, MdL Manfred Pohl, MdL und Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung Klaus Holetschek, der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather, Ottobeurens Bürgermeister German Fries sowie viele weitere Prominenz aus der Lokalpolitik und dem Umland und Anwohner. Das Vorhaben ist Teil des Nationalen Hochwasserschutzprogramms des Bundes. Die Fertigstellung soll in zwei Jahren erfolgen. Erste Maßnahmen wie der Bau einer Baustraße sowie die Verlegung des Boschachbaches sind bereits umgesetzt. In der nächsten Woche (ab 25.6.2018) beginnen die ersten Betonbaumaßnahmen im Dammbereich. Dr. Huber erinnerte an die Hochwasserkatastrophe in Niederbayern 2013 , an die Katastrophe in Simbach 2016 mit sieben Toten sowie an die drei wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Extreme Wetterereignisse werden zukünftig noch häufiger stattfinden. Der Klimawandel ist da!“ Im Dialekt: Es reng't ja nimmer, es schütt' bloß no und dazwisch'n ham'mer a Dürre. Wir seien Teil einer völlig unberechenbaren Wetterentwicklung. Deshalb das Resümee des Ministers: Wir wollen Bayern ganz besonders hochwasserfest machen, auch in Zeiten des veränderten Klimas. Für die Zeit bis 2020 wurde deshalb ein bayerisches Hochwasserschutzprogramm mit einer Dotierung von 3, 4 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Seit 2013 konnten auf diese Weise schon 70.000 Bürger zusätzlich vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis geschützt werden, seit 2001 wurden in Bayern 500.000 Menschen vor Schäden bewahrt. Jeder investierte Euro kann sieben Euro Schaden verhindern. Das Schadenspotential eines 100-jährlichen Hochwassers bezifferte Dr. Huber für unsere Region mit 160 Millionen Euro. Der Minister war erst vor Kurzem an einem (nicht näher bezeichneten) Ort, der innerhalb von nur sieben Jahren gleich drei 100-jährliche Hochwasserereignisse hatte.

Den Baubeginn in Ottobeuren bezeichnete er als einen Meilenstein in der Realisierung des Gesamtprojektes. Die Gemeinden an der Günz seien eine starke Verantwortungsgemeinschaft, so der Staatsminister.
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat zum Ereignis eine Pressemitteilung herausgegeben.

Die weiteren Redebeiträge werden noch aufgearbeitet. Fürs erste sind zumindest die Bilder eingestellt. Sie können sich hier außerdem ein 51-Sek.-Video vom Moment des Spatenstichs“ für den Hochwasserdamm ansehen.
https://youtu.be/jOfDjPTKpys (Den Link ggf. einfach in ein neues Fenster kopieren.)

David Specht berichtete am 20.06.2018 (S. 27) für die Memminger Zeitung (Meilenstein beim Hochwasserschutz).
Laut eines Artikels vom 08.12.2017, bei dem es im Wesentlichen um die seit Langerem laufenden Sanierungsuntersuchungen der Altdeponie Ottobeuren-Eldern und die Errichtung weiterer Messstellen ging, war von einer Projektsumme für das Elderner Becken von 14,5 Millionen Euro die Rede.
Erste Rodungsarbeiten waren bereits Ende November 2017 erfolgt; eine weitere Maßnahme war der Neubau von Fischteichen bei der Fischzucht Ripfel, da ein Teil des Geländes in den Anstaubereich ragt.
Der Bereich des zukünftigen Hochwassersammes heißt im Volksmund „Tiergarten“; warum, ist noch unklar.

Am 19.07.2014 wurde in der Zeitung die Gründung des Zweckverbandes Hochwasserschutz Günztal gemeldet. Am Ende des Artikels hieß es: Als erste Maßnahme soll der Damm in Eldern in Angriff genommen werden. Die Fertigstellung ist bis Ende 2017 geplant.

Die Staatsstraße 2011 musste vom 25.03.2019 bis voraussichtlich Mitte Juni 2019 gesperrt werden. Hier geht es zur Pressemittteilung des Wasserwirtschaftsamts zur Straßensperrung.

Mehr demnächst!

Extreme Hochwasserereignisse gab es in Ottobeuren auch schon in früherer Zeit, so z.B. im Jahr der französischen Revolution, 1789.

(Fotos und Video: Helmut Scharpf, 06/2018)