Marktgemeinde Ottobeuren
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1935 - Portrait Kirchenchor Ottobeuren


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Das Jahr der Aufnahme ist noch nicht eindeutig bestimmt, ca. 1935. Dirigent Hermann Köbele, der den Chor 1926 von Max Hiendlmayr übernommen hatte, sitzt rechts von Pater Maurus Zech.

Mittlerweile ist die Einzelbestimmung von insgesamt 35 der 56 abgebildeten Mitgliedern abrufbar; weitere Hinweise erbeten!
Der Kirchenchor sang jeden Sonntag im Amt eine lateinische Messe. Wenn der damalige Abt Josef Maria Einsiedler als Zelebrant „keine so lange Messe“ verlangte, wurde das Credo gekürzt (vorzeitig abgebrochen). An Hochfesten waren die Messen von Instrumenten begleitet, zudem wurde um 14 Uhr die Vesper mit dem Konvent gesungen.
Die Proben fanden meist im 1. Stock im Kindergarten (Maria Stern) statt, selten im Sommer auch in der Basilika auf der Empore.

01  Alfons Wagner (Bäcker)  
02  Robert Herz (betrieb in der Alexanderstraße einen Gemischtwarenladen, wo es Zucker, Mehl oder Salz aus Rupfensäcken gab)
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04  Filgis (Baumeister)
05  Max Mahler (Uhrmacher)
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08 Ludwig Ammann (Regenschirmmacher, Hausname Regendächler; Vater von Anni und Luise Ammann in der Schützenstraße)
09  Vogel (Brauer beim Hirsch; sehr schöne Tenorstimme)
10  Michael Fink (Direktor der Volksbank)
11  Georg Decker ??? (oberste Reihe, 5. von rechts; Frau von Maria Decker, Nr. 49)
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14  Dr. Hartmann (Tierarzt; Cellist)
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16  Michael Götz (spielte Geige)
17  Hasebäck (?)
18  jüngerer Bruder von 17 (?)
19  Gehrle (Konditor)
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21  Maier (Gerber)
22  Josef Hohl (Steinmetz)
23  Braun (Schwester von Hans Braun - 46; erkrankt und jung gestorben)
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25  Bruno Fink, geb. 1913, gefallen in Russland 1942; Sohn von Michael Fink (s. Nr. 10). Bruno wurde als Gesangstalent von Otto Jochum entdeckt. Dieser ermöglichte ihm eine Gesangausbildung in Augsburg. Er hatte sogar noch ein Engagement an der Oper in Plauen als Tenor erhalten, musste jedoch dann in den Krieg. Bruno Fink heiratete im Früjahr 1941 in Ottobeuren Marlene Decker. Vier Tage nach der Hochzeit musste er freilich in den Krieg und kehrte aus Russland nicht mehr zurück. Marlene hat nach dem Krieg wieder geheiratet und ist 2013 in hohem Alter in München verstorben.
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27  Zenta Mosmann
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29  Peppi Urgibel
30  Resi Fink (später verheiratete Schwarz, verzogen nach Vöhrigen, gest. 1980-90; ihr Vater Michael Fink, s. Nr. 10)
31  Liesl Wölfle
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35  Georg Braun (Fotograf und Buchbinder; Vater von Hans Braun - s. 46)
36  Leni (?) Braun (Schwester von Hans Braun - s. 46)
37  Elsa Wölfle
38  Thodora Dozel (ihr Vater sang im Bass)
39  Paula Fink, später verheiratete Zethner, der im Krieg gefallen war, wiederverheiratet mit Karl Meir. Paula Meir verstarb 1986 (oder 1987) in Ottobeuren. Paula war in Ottobeuren unter anderem auch als Schauspielerin aktiv. (Vater Michael Fink, s. Nr. 10)
40  Maria Eimer (geb. Filgis)
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42  Wieherer
43  Gusti Schwägele (?)
44  Ida Mosamann
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46  Hans Braun
47  Minna Maier (Solistin, Spitzname „Solome“ durch P. Maurus)
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49  Maria Decker (Frau von Georg Decker, Nr. 11); die Familie Decker stammte wohl aus Bernau am Chiemsee und wohnte in den Dreißiger / Vierziger Jahren in Ottobeuren. Der Vater war vermutlich beim Forstamt tätig. Zur Familie gehörten 2 Töchter  (evtl. noch weitere Kinder?), Maria und Marlene (s. auch unter Bruno Fink, Nr. 25); beide waren sehr musikalisch. Maria Decker kehrte zurück in den Chiemgau, genauer nach Kraimoos bei Bernau, und verstarb in hohem Alter (ca. 2010).
50  Schulrat Schwägele (pensioniert; zu Beginn einer Chorprobe im Kindergarten plötzlich umgesunken und aufgrund eines Schlaganfalles verstorben)
51  Pater Maurus Zech (Pfarrer von Ottobeuren)
52  Hermann Köbele (Dirigent und Musikschulleiter)
53  Sofie Hasel (ausgebildete Sängerin, Schwester des Bürgermeisters Josef Hasel)
54  Frl. Hanni Scherer (*29.08.1895)
55  Schubert (Gemeindeangestellte; beauftragt mit der Ausgabe von Bezugsscheinen)
56  Wolf (großer Kropf) (nicht Büchsenmacher Biebl?)

Der Chorregent und Singschulleiter Hermann Köbele gab für die Mitglieder des Kirchenchores von 1932-34 eigens eine eigene Monatszeitschrift heraus, den „Ottobeurer Turmbläser“. Das Leben des Musikers endete in den letzten Kriegstagen (am 11.03.1945 im „Südosten“), 15 Tage vor seinem Sohn Hermann jun.; siehe Zeitungsmeldung im „Allgäuer Beobachter“ vom 17.05.1945.