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06.07.1924 - Jubiläum Veteranenverein und Einweihung Kriegerdenkmal


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Am ersten Wochenende im Juli 1924 hatte der Veteranenverein seinen großen Auftritt. Am 5. Juli feierte man zunächst das 50-jährige Bestehen des Vereins und am Sonntag wurde nach dem Gottesdienst durch Abt Dr. Joseph Maria Einsiedler (geb. 24.11.1870 in Winneberg/Altusried, gest. 01.03.1955, Ottobeuren) schließlich das Kriegerdenkmal zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkriegs eingeweiht.

1874 war das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Krieges gegen Frankreich 1870/71 eingeweiht worden. Es ist auf der Karte von 1906 schön zu sehen. Für Bürgermeister Adolf Fergg war es offensichtlich nicht einfach gewesen, einen geeigneten Standort für das neue Kriegerdenkmal zu finden. Zum 10-jährigen Amtsjubiläum hieß es 1929 im Ottobeurer Volksblatt zu seinen Verdiensten:
Angedeutet darf vielleicht noch werden die überaus glückliche Lösung der Kriegerdenkmalsfrage, die mancherorts noch heute der Lösung harrt, an hiesigem Orte aber schon seit Jahren erledigt ist, wofür wiederum Herrn Bürgermeister ein ansehnlicher Verdienst zufiel.

Auch nach 1924 sollten schon sehr bald neue Kriegstote auf Ottobeuren zukommen. Am „Heldengedenktag 1944“ liegen viele Kränze vor dem Denkmal.
Das Plakat sowie das Foto (zur Verfügung gestellt von Elsbeth Scheufele aus Ulm) wurde von Helmut Scharpf digital restauriert. Die Auswertung der Zeitungsberichte zu diesem Ereignis steht noch aus! Auch ist noch nicht 100% geklärt, dass das Foto auch tatsächlich die Einweihungsfeier von 1924 zeigt.

Heute befindet sich das Kriegerdenkmal südlich des Basilikaparkplatzes als Teil der Klostermauer. Was mit dem Obelisken von 1874 passiert ist, bleibt ein Rätsel.

Kurt Tucholsky hat einmal resigniert festgestellt: „Die Zahl der deutschen Kriegerdenkmäler zur Zahl der deutschen Heine-Denkmäler verhält sich hierzulande wie Macht zum Geist.“ (in „Die Weltbühne“, Nr. 28 vom 9. Juli 1929, S. 58)