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03-1946 - Hamsterliste


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Die Versorgungslage nach dem Krieg war dramatisch. Für den Fall, dass ihr etwas zustoßen sollte, schrieb Maria Köbele eine Hamster-Liste für ihre verbliebenen vier Kinder, bei wem sie vielleicht etwas zu essen bekommen würden.

Selbst war sie nach Erzählungen ihres Sohnes, Wolf Köbele, mit dem Leiterwagen bis nach Erkheim gelaufen, nur um mit einem einzigen Ei zurückzukommen. Ihr Mann, Hermann Köbele, war im Alter von 48 Jahren im März 1945 in Ungarn gefallen, wenige Tage vor seinem 21-jährigen Sohn, Hermann jun., der an der Oder fiel. Der Allgäuer Beobachter druckte am 17.4.1945 einen Nachruf.
Die Familie musste unmittelbar nach dem Einmarsch der Amerikaner aus dem beschlagnahmten Ämtergebäude ausziehen und fand vorübergehend im Kloster eine Bleibe. Die Amerikaner verfügten nur die Beschlagnahmung der Wohnung, ohne eine Perspektive für eine neue Bleibe. Zu allem Überfluss zertrümmerten sie alle Vorräte an eingemachter Nahrung und zerschlissen das Bettzeug. Abt Maria Einsiedler hatte ein Erbarmen und ließ eltiche Familien ins Kloster. Die Klausur blieb freilich tabu. 
Die Honigvorräte der Klosterimkerei wurden von den ehemaligen Zwangsarbeitern (überw. Serben und Polen) geplündert. Die Köbeles kamen anschließend durch die Vermittlung des Metzgers Högg zur Miete im Aitler-Haus am Marktplatz unter. Frau Köbele konnte später zwei ihrer vier Töchter in Klosterwald unterbringen, eine Tochter hatte bereits vor dem Tod des Vaters gehairatet. Maria Köbele hatte aber allen Grund zum Verfassen der Hamsterliste, um für den Fall der Fälle vorzusorgen.

Die Liste enthält einige Kommentare. Sie ist als Transkription hier auch als pdf-Datei abrufbar. Die beiden Seiten des DIN A4-Blattes wurden in einer Bilddatei zusammengefasst. Der letzte Eintrag stammt vom März 1946.