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1813 - Lithographie der Abtei


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Karte (eingeklebt als Seite 84), Steingravur von Anton Hälmle, in: Feyerabend Pater Maurus: Des ehemaligen Reichsstiftes Ottenbeuren Benediktiner Ordens in Schwaben Sämmtliche Jahrbücher, in Verbindung mit der allgemeinen Reichs- und der besondern Geschichte Schwabens diplomatisch, kritisch, und chronologisch in drei Bänden bearbeitet, sammt zwei Einleitungskapiteln über das älteste Schwaben, 1. Band (764 - 1106), Johann Baptist Ganser, Ottobeuren, 1813, 695 S.

Der hier vorliegende Scan der Originalkarte von 1813 (Papierformat ca. 40 breit x 19 cm hoch, Abbildung 38 breit und 36 cm hoch) soll bis zum Jubiläumsjahr 2014 vollständig restauriert sein. Die auch als „Federlithographie“ bezeichnete Arbeit Hälmles (oder Haelmles) hatte den Kupferstich von Joseph und Johann Klauber (Augsburg, um 1766) zur Vorlage. Die Original-Druckplatte der Haelmle-Lithographie befindet sich noch im Klosterbesitz. Von Grafiker Joseph Dreier (Sohn des Uhrmachers Josef Dreier, Bahnhofstr. 11) stammt folgende technische Erläuterung:

Als Lithographie oder auch Steingravur wurde diejenige Druckmethode bezeichnet, bei der auf eine Marmorsteinplatte (in Deutschland meist Solnhofner Marmor) mit Pinsel oder Feder (daher Federlithographie) die Zeichnung mit fetthaltiger Tusche spiegelverkehrt aufgetragen wird. Auf den nassen Stein wird anschließend die (ebenfalls fettige) Druckfarbe aufgewalzt. Nicht gezeichnete, feuchte Stellen stoßen die Druckfarbe ab, sie haftet also lediglich auf der Zeichnung. Mit Druck wird diese dann auf das Papier übertragen (siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Lithografie). Als (Stein-)Gravur wird das Produkt wohl auch bezeichnet, weil das Ergebnis dem Kupferstich ähnelt. (Feder-)Lithographie ist wohl der formal korrektere Begriff. Da der Stein selbst nicht beschädigt wird, sind höhere Druckauflagen möglich. Die Lithografie kann technisch als Vorläufer des Offsetdrucks angesehen werden. Sie findet heute jedoch nur noch im künstlerischen Bereich Anwendung. Die Abbildungen der Gebrüder Klauber waren Kupferstiche.

Als Nachdruck existiert bislang ein verkleinerter Faksimile-Druck (35 x 33 cm) aus dem Jubiläumsjahr 1964. Momentan abrufbar ist hier ein bitonaler Scan (der also entweder schwarze oder weiße Bildpunkte abbildet) sowie eine tif-Datei in RGB mit knapp 250 MB.

Am Marktplatz ist die Pfarrkirche St. Peter zu sehen, außerdem einige Bürgerhäuser. Zu beiden Seiten der Abteikirche zog sich eine Mauer. Der Stich lässt die Grundidee der Gesamtanlage - das Formen eines Kreuzes - gut erkennen.

Die Vorlage stammt aus dem Fundus von Helmut Scharpf.