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1975 - Monografie „St. Michael auf dem Buschelberg“


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Förderkreis Buschelkapelle (Hrsg.): St. Michael auf dem Buschelberg, (Sonderdruck, Ottobeuren), 1975, 20 S. (inkl. Umschlag; fünf Leerseiten, Umschlag grün, sonst s-w, Originalformat 17 x 23 cm).

Das Jahr 1975 war zum „Jahr des Denkmalschutzes“ ausgerufen worden. Bürgermeister Frehner sprach in seinem Vorwort von der Notwendigkeit, neben einer Renovierung der Kapelle auch eine Sichtfreilegung zu erreichen („Mächtige Tannen verdeckten in den letzten Jahrzehnten die Buschelkapelle“). Um die Maßnahmen vorzubereiten und um dafür finanzielle Mittel beisteuern zu können, hatte sich ein Förderkreis Buschelkapelle gebildet, unter den Initiatoren werden als Mitunterzeichner Alois Berger, Martin Egg und Josef Gerle genannt. Als Aufgabe der kleinen Broschüre nannte es der Bürgermeister, den „vorzüglichen Vortrag“ von Kreisheimatpfleger und Stiftsarchivar Pater Aegidius Kolb „allen Freunden des Förderkreises zugänglich zu machen“. Dieser Vortrag war am 20.09.1974 im Rahmen der Gründung des Förderkreises gehalten worden. Alois Berger erklärte in einem Gespräch am 3.12.2013, dass sich der Förderverein 1975 wieder auflöste, nachdem die Renovierungsarbeiten abgeschlossen waren, da der Zweck des Vereins - die Finanzierung der Renovierung - erfüllt war. Später ließ Alois Berger die Kapelle erneut renovieren, nachdem Wasserschäden (sowohl aufsteigend, als auch übers Dach) die Bauszubstanz angegriffen hatten. Es wurden u.a. Regenrinnen angebracht.

Im Kapitel „Buschelberg und Buschelkapelle“ ging Kolb zunächst auf das heute unverständliche Wort „Buschel“ ein, das sich von „Burschel“ bzw. „Burgstall“ ableitet. 1172 findet sich im Zusammenhang mit dem Ritter Bertold von Dennenberg erstmals eine Erwähnung des Buschelberges als Ort für einen der etlichen Burgställe im Umfeld Ottobeurens (u.a. auch Stephansried, Halbersberg, Betzisried, Guggenberg, Hatzenried und im nördlichen Bannwald). Kolb geht - vermutlich mangels einer gesicherten Quellenlage - nicht weiter auf diesen Burgstall ein, sondern geht der Frage nach, was die Beweggründe für den Bau der Kapelle unter dem Patronat des hl. Michael waren.
Ausführlich wird über die Segnung der Grundsteinlegung am 8. Mai 1714 aus dem Tagebuch des Abtes Rupert Ness (Neß) zitiert. Dieser schrieb unter dem Titel „In honorem St. Michaelis aedificatur Sacellum in monte Burgstall“ (übersetzt: „Zu Ehren des hl. Michael wird eine Kapelle gebaut auf dem Burgstallberg“):
Heute, als das Fest der Erscheinung des Hl. Michael im Chor gefeiert war, segnete der Subprior und Custos P. Theodor Schilz in meinem Auftrag den Grundstein zur Kapelle, die auf dem Burgstallberge zu errichten ist zu Ehren des Hl. Michael unter Einfügung folgender Inschrift zusammen mit Reliquien:

„Im Jahre des Heiles 1714, den 7. Iden des Mai, am Fest der Erscheinung des Hl. Michael, der 7. Indiktion, im 14. Pontifikatsjahr des Papstes Clemens XI., dem allgemeinen Frieden, geschlossen zwischen dem Römischen Kaiser Karl VI., allzeit Mehrer des Reiches, und Ludwig XIV., dem allerchristlichsten König Galliens, unter dem Bischof Alexander Sigismund von Augsburg, ließ der Abt Rupert von ottobeuren für diese Kapelle nächst dem Bade den Grundstein legen am 4. Jahrestage seiner Erwählung, zu Ehren des Hl. Erzengels Michael, unseres besonderen Schutzpatrones, auf jenem gleichsam zweiten Gargano-Berge zum Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung sowohl des Vorgängers Abt Gordian, der zu Beginn des Krieges 1703 fliehen mußte und diese Kapelle gelobte, wenn St. Michael das ihm anbefohlene und seit der Gründung unter seinen Schutz gestellte Kloster mit dessen ganzen Gebiet zu behüten fortfahre - als auch seiner eigenen Verehrung und Dankbarkeit, damit er die an diesem Feste übernommene Regierung des Klosters und der Untertanen unter dem Schutze und der Leitung des Hl. Michael glücklich wahrnehme. Beigefügt seien diesem Grundstein Reliquien unserer Hl. Patrone und weiterer zur Segnung übliche Beigaben.“

Vom Buschelberg aus führte „durch 600 Wasserröhren“ eine Wasserleitung in das Badhaus des Klosters. Während das Badhaus (heute Eingangsbereich des Freibades?) im Zuge der Säkularisation beseitigt wurde, nutze ab etwa Ende der 1870er Jahre die Brauerei Hirsch das Wasser zum Brauen.

In der neuen Kapelle wurde am 11. Juni 1715 erstmals eine Heilige Messe gefeiert, die Konsekration (feierliche Weihe) wurde am 04.10.1729 vom Augsburger Weihbischof Johann Jakob von Mayr vorgenommen, „der an diesem Tag dort auch 80 Kindern die Firmung spendete.“ (Zitat aus Schylz Theodor: Chronicon maius; Archiv der Abtei Ottobeuren, Signatur: L Chron 33)

Kolb bezieht sich anschließend auf die Ottobeürischen Tagschriften der Aufgelösten Reichsabtey Ottobeuren von Basil Miller (letztes Mitglied des alten Konvents, † 1844 in Mussenhausen) und beschreibt die Vorgänge im Zusammenhang mit der Säkularisation. So wurde am 14.09.1806 die Glocke der Kapelle verkauft. Am 19.05.1808 schrieb der Rentbeamte Durocher, dass die Michaelskapelle „nun in ein Lustgebäude für den Rentbeamten Dürocher umgebaut“ werde. Nachdem König Ludwig I. 1834 die Wiedererrichtung des Klosters gestattet hatte, bemühte man sich ab 1839 auch um die Wiederherstellung der St. Michaelskapelle, ab 1853 ist in den Verkündbüchern der Pfarrei von Messfeiern zu lesen. Allerdings wird an der Westseite der Kapelle 1898 von einem „Naturfreund“ ein Aussichtsturm errichtet. Letztlich gelang es erst 1928, eine gründliche Wiederherstellung (Innenrenovierung, Beseitigung des Turms, Anbau des Vorzeichens) in die Wege zu leiten. Zum Abschluss der Wiederherstellung wurde am 24.10.1929 ein feierlicher Gottesdienst gehalten.

Die letzten beiden Seiten der Schrift geben einen Artikel von Benefiziat Dr. Barthel Eberl, „erster Heimatpfleger Schwabens - und damit Bayerns überhaupt“ - wieder, der sich in den Memminger Geschichtsblättern (18. Jg. Nr. 1) mit dem Buschelberg befasste. Anmerkung: Warum das Jahr dieses 18. Jahrgangs nicht angegeben wird, ist unverständlich, der Artikel erschien 1932.
Als Geologe beschrieb Eberl zunächst detailliert die geologischen Besonderheiten, dann wird die Anlage des Burgstalles näher beschrieben, der auch in einer Zeichnung dargestellt ist, der Bau als solcher sowie abschließend Aussagen zu den verschiedenen Sagen.

Abschrift: Helmut Scharpf, 23. November 2013
Zur besseren Lesbarkeit wurde das Format auf Din A4 umgestellt. Das Bild „Buschelkapelle hoch über Ottobeuren im Winterkleid“ ist lediglich mit „Foto Braun“ gekennzeichnet, der Fotograf ist nicht genannt. Zur Vermeidung urheberrechtlicher Probleme wurde es durch ein gemeinfreies Bild vom 30.11.2013 ersetzt. Weitere aktuelle Bilder (darunter eines in schwarz-weiß, ein Bild der Statue des hl. Michael, von der eingelassenen Steintafel im Eingangsbereich und vom Weiler Fröhlins) sind hier ein eingepflegt. Die Statue wurde vom Ottobeurer Künstler  Josef Jakob geschaffen († 2005), die Steintafel war vom Kemptener Oberbürgermeister Dr. Merkt gestiftet worden.

Die Gesamtabschrift ist seit 23.11.2013 als Word-Datei und als pdf abrufbar, zusätzlich das abgedruckte Flugblatt mit einem Spendenaufruf:
Einladung zur Subscription von freiwilligen Beiträgen zur Wiederherstellung der Buschelkapelle“ vom 12.02.1852

Karl Schnieringer erzählt in seinem Buch „Ottenbeuren“ aus dem Jahr 1940 etliche der Sagen, die sich um den Buschelberg ranken. Der Band ist als Komplettabschrift im pdf-Format hier abrufbar.

Am 08. September 2014 druckte die Memminger Zeitung ein schönes Stimmungsbild der Kapelle ab - von Josef Diebolder. In der Bildunterschrift erfahren wir, dass der Aussichtspunkt auf 720 Metern Höhe liegt.

Ein 360°-Panorama der Kapelle können Sie hier abrufen.
Wolfgang Forth zeigt auf seiner Homepage das Bild Vollmond über der Buschelkapelle.
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