Marktgemeinde Ottobeuren
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1818 – Urkatasterkarte S.W. VIII. 41 mit Stephansried, Klosterwald, Eggisried, Gumpratsried und Dennenberg


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Die ersten – 1818/19 entstandenen – topografischen Karten von Ottobeuren und den heutigen Ortsteilen - insgesamt 20 Karten (im Maßstab 1:25000) von etwa 40 x 40 cm - geben spannende Details frei. Die Urkatasterkarte S.W. X. 41, die den Kernort Ottobeuren abbildet, ist bereits seit Längerem abrufbar, seit Mai 2020 außerdem die Nachbarkarte S.W. X. 40 (Hofs, Unterhaslach).

Als weitere Karte hier die 1818 entstandene Urkatasterkarte S.W. VIII 41 von Stephansried (mit Schlossberg und Stephansrieder Moos), die den Ort – vor der Feuersbrunst von 1841 – noch als Runddorf zeigt. Abgebildet sind daneben:

Klosterwald (hier noch nicht in der heute üblichen und zur Unterscheidung von Kloster Wald in Baden-Württemberg notwendigen Schreibweise)

Eggisried (Egesried), ein Teil von Denneberg (Tennenberg), Gumpratsried (Gumpersried).

Interessant sind die alten Flurnamen wie „Teufelsloch“, „Gumpersrieder Halten“, „Auf dem Weiherberg“, „Die Hawanger Wiesen“, „Im Wiefel“ oder – in Richtung Attenhausen – „In der Glashütte“, was vermutlich auf die Existenz einer weiteren früheren Ottobeurer Kloster-Glashütte verweist.

Gezeichnet bzw. angelegt wurde die Karte vom „Geometer Eggerth“, rechts unten steht: „Für richtige Aufnahme haftet Geodät Joseph Goedel.“

Die genannten Orte gehörten bis zur Gebietsreform 1972 zur Gemeinde Guggenberg, die erst – ein Jahr nach Herausgabe der Karte – 1819 entstand. Die Karte ist aber noch vor der Gründung dieses Gemeindeverbands entstanden, denn am oberen und unteren Rand der Karte steht: „Steuer-Districkt Langenberg

1800 war mit der Gründung des Bureau topographique militaire de l'Armée (ab 1801 nach dem Abzug der Franzosen das Topographische Bureau) die amtliche Kartografie in Bayern begonnen worden, die erste bayerische Landesaufnahme erfolgte zwischen 1817 und 1872. Bayern war das erste Land Europas, das exakt vermessen wurde.
Aufgrund der Dateigröße wurde hier zunächst eine Webversion eingestellt, eine Version in Druckqualität (mit 300 dpi, 27,5 MB) finden Sie auf dem Reiter rechts unten.

Die Karten wurden von Peter Schwägele vom „Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung“ in Memmingen (vormals: Vermessungsamt) zur Verfügung gestellt.
Unter Beibehaltung der vielen Bleistift-Nachträge, restauriert von Helmut Scharpf, 06/2020.

Eine Militärlandkarte von 1824 finden Sie hier. Bei Wikipedia finden sich interessante Ausführungen zur Geschichte der Topografie.

Bis zum Jahr 1876 hat sich von der Ortsausdehnung von Ottobeuren wenig verändert. Der Ortsplan von 1876 ist hier abrufbar.