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1936 - Magister Trieb von H. Köbele


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Zum 100-jährigen Bestehen des Männergesangvereins Ottobeuren hatte Chorregent Hermann Köbele ein Theaterstück geschrieben. Der Titel „Magister Trieb oder Die Gründung des MGV. Ottobeuren am 10. August 1836“ bezieht sich auf den Gründer, den Lehrer Franz Xaver Trieb (1780 - 1860). Geschrieben ist das 32-seitige Werk mit Schreibmaschine auf dünnem Pergamentpapier.

Die Word- und pdf-Datei enthalten die Abschrift von 2011. Zu sehen war der Band in der Ausstellung zum 175-jährigen Bestehen des MGV Ottobeuren im Haus des Gastes.
Die Fotografie zeigt vermutlich eine Probenszene.

Eine der pdf-Dateien enthält den Scan des Originals, darunter auch ein Zeitungsartikel über das Stück sowie weitere Aktivitäten des MGV, geprägt durch den Zeitgeist. Außerdem die beiden Seiten der Ankündigung aus dem Festprogramm.

Zu Hermann Köbele finden Sie (Suchbegriff „Köbele“) auf den Seiten des Geschichtsprojekts noch mehrere andere Dokumente.

Zum Inhalt
Angaben folgen noch!

Köbele schrieb einen längeren Beitrag in den Heimatblättern, erstmals in Ausgabe 18 vom 04.09.1936 (mit Fortsetzung in Nummer 19 vom 18.09.)
Am Rande bemerkt: Ein weiterer Artikel von Hermann Köbele findet sich in Nr. 20 (02.10.1936), allerdings zur Landschaft des Günztals.

Der Allgäuer Beobachter schrieb am 10.08.1936 auf einer Sonderseite auch einen Artikel zur Aufführung des Theaterstücks (s. ganz unten). Hier zunächst die Auslassung über die Festrede, in der sich „Studienrat Bronnenmaier“ über den Vereinsgründer äußert:

„Frz. Xav. Trieb, dem Gründer des Vereins gewidmet
war die inhaltsreiche Festrede des Studienrats Bronnenmaier - Augsburg - Ottobeuren. „Sind
die Lieder längst verklungen, bleiben die Erinnerungen.“ Diese Worte stellte er seinen Ausführungen voraus.
Sie warn ein helles und jubelndes Echo aus Tagen, in denen deutsche Lieder verklangen, aber die
Erinnerungen blieben. Seine Erinnerungen galten vor allem dem Gründer des Vereins, Franz Xaver Trieb, der in einer Zeit deutscher Uneinigkeit und deutscher Ohnmacht einen Bund der Männer und Sänger schuf in Ottobeuren und so eine Gemeinschaft baute, von der er den Glauben und die Hoffnung hatte, daß sie weiterwirke durch die Jahrzehnte. Sein Hoffen und Wünschen ist Wirklichkeit geworden. Nach100 Jahren klingt sein Name wieder hell auf, weil er als erster in Ottobeuren ein Werk der Gemeinschaft schuf, das Jahrzehnte überdauerte und Jahrzehnte noch überdauern wird. Mit seinem Namen ließ Studienrat Bronnenmaier auch all die Namen aufklingen, die uns in Ottobeuren so vertraut sind, die wir alle auch aus der Gegenwart kennen, es sind die Namen jener Männer, die zu Franz Xaver Trieb standen, die seinen Bund der Sänger ausmachten und als erste in Ottobeuren dem deutschen
Liede dienten und huldigten. Wir wandern dann mit Studienrat Bronnenmaier durch die hundertjährige
Geschichte des Vereins, die uns nicht mehr fremd ist, denn gleichsam als ersten Auftakt haben wir sie im
„Allgäuer Beobachter“ wiedergegeben. Wir denken auch an die toten Sänger in Treue und Dankbarkeit.
Dann würdigt Studienrat Bronnenmaier die Gegenwart und anerkennt die Vorarbeiten für das herrliche
Jubelfest. Er dankt all denen, die die Riesenarbeit der Organisation geleistet haben und den Mitwirkenden an
diesem Abend, Kirchenchor, Orchester und Theatergruppe. Seine Worte klangen aus in dem Wunsche, daß die Jubelfeier den Sängern neuen Mut zu neuer Tat gebe. Der Traum der Ahnen sei Wirklichkeit geworden. Groß - Deutschland  ist erstanden. Mit vaterländischem Stolz könne der Männergesangverein Ottobeuren ins zweite Jahrhundert hineingehen, nicht ohne das Gelöbnis der Treue zum deutschen Lied und zum deutschen Vaterland. In einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer und mit den Liedern der Nation klingen seine Worte aus.“

Magister Trieb
Ein heiteres Spiel aus dem Biedermaier
Der Verfasser Hermann Köbele nennt dieses historische Festspiel, das sich mit dem Gründer des Ottobeurer Männergesangvereins befaßt, ein heiteres Spiel aus dem Biedermaier, gemischt aus Aktenstaub und Phantasie. Es ist aber mehr! Mit dem Nachtwächter Wegmann möchte man sogar sagen, es ist eine hochpolitische Angelegenheit, denn in ihm spiegelt sich der Ungeist jener Zeit, die Zerrissenheit und Zerklüftun, der Standesdünkel und der von oben kommandierte Hurrapatriotismus statt einer lebendigen Vaterlandsliebe. Hier liegt der große Wert dieses Festspiels, wenn man von der lokalhistorischen Bedeutung einmal ganz absehen will. Hermann Köbele hat mit diesem „Spiel aus Aktenstaub und Phantasie gemischt“ der Gemeinde Ottobeuren und nicht bloß dem Männergesangverein ein Werk geschenkt, das weit über die Hundertjahrfeier des Männergesangvereins hinaus Bestand haben wird. Leben und Inhalt gaben diesem
Spiel die ausgezeichneten Kräfte der Theatergruppe, die deren Leiter Georg Wölfle mit sicherer Hand eingesetzt hat. Ihm und seinen Darstellern danken wir eine erlebnisfrohe und erlebnisreiche Stunde.
So klang der Festabend aus in einem Dankspiel an Magister Trieb und seine Sänger, die vor 100 Jahren den
Männergesangverein Ottobeuren gründeten. Dank an den Gründer des Vereins bedeutete es auch, daß die
Sänger am Nachmittag am Grabe des verstorbenen Gründers des Vereins einen herrlichen Kranz niederlegten und Dank bedeutete es auch, daß die Frauen der  Sänger des heutigen Männergesangvereins die stolze Vereinsfahne mit einem neuen Fahnenbande bereicherten, das 3 kleine Mädels mit sinnvollen Worten an die Fahne hefteten. Magister Trieb und den Sängern galt diese Ehrung durch die Frauen, denn ohne den Gründer hätte keine Fahne den Bund der Sänger umschließen können.“

Hinweis: Das Grab von Franz Xaver Trieb und seiner Frau ist außen auf der Nordseite der Sebastians-Kappelle (auf dem Friedhof Ottobeuren) eingelassen; siehe Bild vom 19.07.2014.