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08.08.1948 - Erstes hl. Messopfer von Pater Albert Kofler


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Pater Albert wurde zwar in Fellheim geboren (10.08.1919) und in Pleß getauft, verbrachte seine Kindheit jedoch in Ottobeuren, wo er in der Abtei die Lateinschule besuchte.

Es dürfte kein Zufall sein, dass er, wie schon Pater Franz Kugelmann, zu den Passionisten ging. Er lernte sie im Rahmen einer Volksmission kennen und ging 1936 ins Juvenat nach München-Pasing. (Als Juvenat bezeichnet man in der katholischen Kirche den Besuch einer speziellen Internatsschule, die den jeweiligen Schüler auf den Eintritt in einen Orden vorbereitet.) 1937 wurde er ins Noviziat aufgenommen, am 29.5.1938 folgte das Versprechen der 1. Profess. Die Brüder schickten den vielversprechenden Jungpater zum Studieren nach Rom, damit er dem Einfluss des Nazi-Regimes entzogen wäre. Trotzdem musste sich Pater Albert am Krieg beteiligen. Die Musterung erfolgte in Rom, er war von 1940 - 45 Mitglied des Nachrichtenregiments 521.
Nach Kriegsende kehrte er - am 13.5.1945 - zu Fuß und unversehrt heim ins Kloster Schwarzenfeld. Danach konnte er sein Theologiestudium fortsetzen und wurde am 25.07.1948 durch Kardinal Faulhaber schließlich zum Priester geweiht. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte Pater Albert in Österreich, vor allem im Kloster Maria Schutz am Semmering, dem er lange Zeit als Rektor vorstand.

Weitere Lebensdaten:
Im August 1952 kam Pater Albert in das Kloster nach Maria Schutz. Er unterrichtete in der Volksschule Maria Schutz, wurde zu Volksmissionen gerufen und war dort eifriger Wallfahrtseelsorger.
1971 - 1977 Rektor des Klosters Maria Schutz, in dieser Zeit vollständige Renovierung der Klosterkirche. Erteilung der Ehrenmedaille an P. Albert durch die Marktgemeinde Schottwien.
1981 Ernennung zum Erzbischöflichen Geistlichen Rat durch Kardinal König.
1877 - 1997 Pfarrseelsorger v. Semmering, in seiner Amtszeit Erbauung des Piussaales.
Seit 1997 Seelsorger in Maria Schutz, vor allem im Beichtstuhl und im Dienst an den Pilgern.

Am 27.1.2008 erlitt er einen Schlaganfall, der schließlich am 18.03. zum Tod führte. Am 25.3.2008 wurde um 17 Uhr in der Wallfahrtskirche Maria Schutz unter großer Anteilnahme die Hl. Liturgie für P. Albert gefeiert und sein Leichnam feierlich verabschiedet. Der Leichnam wurde anschließend nach Schwarzenfeld überführt, wo er am 26.3.2008 auf dem Klosterfriedhof der Passionisten beigesetzt wurde.

P. Albert war seit seiner Seelsorgetätigkeit in Maria Schutz auch mit der Pfarre Raach und deren Gläubigen eng verbunden. So kam er u.a. fast 50 Jahre zum Fest des Hl. Antonius nach Raach, um mit den Gläubigen eine der Festmessen zu feiern. P. Albert war nicht nur ein wunderbarer Seelsorger, sondern mit vielen unserer Gläubigen auch freundschaftlich verbunden.

Auf der Internetseite der Pfarrei Semmering hieß es im September 2008: „Seit dem Tod von P. Albert im März dieses Jahres hat sich unsere Klostergemeinschaft auf drei Mitbrüder verringert. Vor allem ist die priesterliche Tätigkeit von P. Albert weggefallen. Es hat sich gezeigt, wie viele Dienste unser Senior auch noch mit 89 Jahren geleistet hat. So hat er die sonntägliche Frühmesse in Maria Schutz übernommen und so weit es die Zeit ermöglicht hat, auch noch die Beichte gehört.“

Beim Requiem in der Miesbergkirche schilderte P. Gregor Lenzen den Verstorbenen als das „Gedächtnis der Geschichte unserer Ordensprovinz“ und bezog sich damit auf die überaus lange Zeit, die Pater Albert als Passionist gelebt hat. Immerhin erfolgte dessen Profess schon vor 70 Jahren.

Sein Primizkreuz (siehe Bilder vom 11.08.2013) steht frisch renoviert im Garten der Familie Kofler in der Fröhlinser Straße 1.

verwendete Quellen: „Raacher Pfarrbote“ (St. Ägyd) vom März/April 2008 und Oberpfalznetz vom 28.03.2008. Ein Gespräch mit Familie Kofler zur weiteren Recherche steht noch aus.