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09-11-1904 - Blick über die Günz in Richtung Hasebäck/Maurus


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Eine sehr seltene Perspektive zeigt diese Ansichtskarte, die am 9. November 1904 nach Bayreuth verschickt wurde, denn wer kommt schon nach Ottobeuren, um dann eine Karte von einem kleinen Flüsschen mit ein paar Häusern zu verschicken?

Vom selben Standpunkt aus lässt sich heute nicht mehr fotografieren, denn die Günz ist hier zu eingewachsen (wie man am letzten Bild vom 01.04.2014 sieht). Aber von der Brücke an der Alexanderstraße kann man noch ein paar Überbleibsel erkennen: das Haus, in dem lange der Laden von Josef Maurus war, links davon der Hasebäck. Das landwirtschaftlich geprägte Haus auf der gegenüberliegenden Seite ist der rückwärtige Bereich des Haugg-Hauses (Maler Gebrüder Haugg). Das Gebäude der Molkerei und das Spechthaus (heute u.a. Mert) wurde davon verdeckt. Auf dem heutigen Bild ist der Blick frei auf den rückwärtigen Bereich der Genobank, die heute anstelle der Molkerei steht. Wo bis ca. 2006 das Haugg-Haus stand, befindet sich momentan ein unbefestigter Parkplatz.

Die Karte aus dem Fergg-Verlag wurde am 9.11.1904, zwischen 15 und 16 Uhr gestempelt und war genau einen Tag später in Bayreuth. Unter der angegebenen Adresse befindet sich heute das Jean-Paul-Museum.

Der Kartentext:
Herrn Direktor Semler
Bayreuth
Wahnfriedstr. 1

Ottobeuren, 9. Okt. 04
Liebe Eltern!
Besten Dank für die schönen Chrysanthemen. Muß der Korb wieder zurück an Gerold? Bitte schickt mir gelegentlich etwas Beifuß da selber hier völlig unbekannt ist und es folglich keinen gibt. Hier alles wohl; hoffen gleiches von euch.
Herzliche Grüße von Haus zu Haus
Eure Schwäbelen

Die Karte wurde dankenswerterweise von Helmut Zißler zur Verfügung gestellt. Scan und Bearbeitung: Helmut Scharpf