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09.04.2016  Eröffnung des Käseladens „Käsundso ...“, seit 04.02.2021 klein aber fein


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Mit Sekt und Häppchen eröffnete in der Bahnhofstraße 14 (Ecke Ludwigstraße) ein kleines, aber feines Fachgeschäft für Käse, in dem man noch bedient wird und das jeden Tag u.a. selbst hergestellte Maultaschen und Krautkrapfen anbietet.

Gabi und Christian Arnold konnten sich auf die Unterstützung ihrer ganzen Familie verlassen. Bis zuletzt wurde am Laden und für die Bestückung der Theke gearbeitet. Am 9. April 2916 wurde um 10 Uhr auf die Eröffnung des Ladens angestoßen. Die Geschäftsidee kam Christian Arnold nach einer Anfrage in der Gaststube im Mohren nach „Original Allgäer Käse“ und letztlich bei der Fahrt über die Hügel von Boos nach Ottobeuren. Bürgermeister German Fries stellte in seinem Grußwort die Möglichkeit heraus, hier unverpackte Ware zu erhalten. Zugegen war neben zahlreichen Neugierigen auch der Vorsitzende des Werbekreises Ottobeuren, Wolfgang Maier, sowie das Ehepaar Frommlet von der Memminger Firma Gefro.

Das Angebot umfasst hauptsächlich Biokäse der Molkerei Wiggensbach, von der Sennerei Gunzesried und von der Oberen Mühle Bad Oberdorf im Ostrachtal. Daneben gibt es selbst eingelegte Antipasti, frisch zubereitete Maultaschen und Krautkrapfen, Weine, Nudeln sowie Soßen und Brühen der Firma Gefro. Die Vorzugsmilch stammt vom Milchhof Lerf aus dem benachbarten Dennenberg. Daneben gibt es weiter Molkereiprodukte.

Bis 31.12.2015 war hier (ca. 15 Jahre lang) noch ein Sonnenstudio untergebracht. Nachdem aber zum Jahresende ein Besitzerwechsel vollzogen wurde, sollte sich unter Georg Weizmann auch die Nutzung ändern.

Bis kurz vor Eröffnung des Käseladens war an der Fassade noch der Schriftzug „Fintan Mayer“ (1883 - 1957) zu lesen, der hier eine Schneiderei betrieb. Es gab auch Knöpfe und andere Kurzwaren. Seine Töchter Theresia (1911 - 1990) und Centa (1914 - 1997) müssen den Laden noch einige Zeit weiterbetrieben haben. Fintan Mayer war mit Franziska Dreier (1881 - 1962), Tochter des gegenüber arbeitenden Uhrmacher Dreier, verheiratet. Von den beiden Söhnen wurde Anton Mayer (1909 - 1939) Schneidermeister und Franz Mayer (1910 - 1957) Bankangestellter. Fintans Vater war Franz Mayer (1837 - 1905), seine Mutter Kreszentia Mayer lebte von 1845 - 1921.

Fiffi Steiner erinnerte sich im Februar 2021: „Die beiden Schwestern Theresia und Centa betrieben den Laden noch bis in die 70er Jahre als Reinigung, kombiniert mit Tabakwaren. Da konnte man Schnupftabak noch grammweise – aus Holzgefäßen abgefüllt – erwerben. Ich kann mich noch an einem Automaten vor dem Haus erinnern, wo man Zigaretten einzeln rauslassen konnte. Man sah beide Schwestern oft zusammen mit ihrem Rehpinscher spazieren gehen.“

Die beiden Bilder zeigen das Haus (mit Nachbarhaus „Hans Filgis Bazar“) am 10. März 2016.
„Ganz früher“ war das Haus sicherlich landwirtschaftlich genutzt. Der Besitzer wird demnächst eine Recherche der Urkunden einleiten, um einen Häusersteckbrief zu erstellen.

Ein weiteres Foto (Originalformat winzige 5,5 x 8 cm) wurde hochauflösend eingescannt, es zeigt eine Straßenszene (mit etlichen Rossäpfeln) im September 1938.

Zur attraktiv gestalteten Website geht es hier
Die Öffnungszeiten:
von Dienstag bis Freitag, 8.30 Uhr - 18 Uhr,
samstags von 8.00 - 12.30 Uhr

Bilder und Recherche: Helmut Scharpf, 04/2016

Ergänzung 12.01.2021: Im Januar 2021 steht ein Pächterwechsel an: Das Ehepaar Albrecht hatte am 08.01.2021 letztmals geöffnet, ab Februar 2021 übernimmt die Sennerei Rutzhofen den Laden unter neuem Namen: „Klein aber Fein“ (Suche nach einer 450-Euro-Kraft s. „Ottobeuren Life“, Ausgabe Januar 2021, S. 19). Christian Arnold wird ab 18. Februar 2021 mit einem Food-Truck („Käsespätzlewagen“) auf dem Parkplatz der Raiffeisenmarkts stehen und dort (weiterhin) jeden Donnerstag seine leckeren Speisen anbieten.

Ergänzung 04.02.2021: Heute um 10 Uhr hat der Käseladen unter dem neuen Erolzheimer Pächter Michael Weiß neu eröffnet. Auf einem Foto ist er zusammen mit Mitarbeiterin Sandra Scholz-Gebauer zu sehen. Spezialisiert ist das Geschäft nun auf Heumilch-Käse aus der Sennerei Rutzhofen, einem Betrieb (östlich von Lindenberg), den der Cousin von Herrn Weiß als einer von neun Milchlieferanten beliefert. Seit knapp drei Jahren verkauft Herr Weiß den Heumilchkäse bereits in seinem Laden in Erolzheim, wo er nach wie vor üblicherweise anzutreffen ist. Auf den Laden in Ottobeuren wurde er aufmerksam, weil er mit dem bisherigen Betreiber Christian Arnold „seit 20 Jahren befreundet“ ist.
Die Produktionsbedingungen für Heumilch sind deutlich strenger, es darf keine Silage verfüttert werden, die Tiere stehen im Sommer auf der Weide, im Winter gibt es selbst eingeführtes – gentechnikfreies –Heu. und dürfen ihre Hörner behalten. Die Herden sind außerdem deutlich kleiner.

Die Öffnungszeiten von „klein aber fein“ in Ottobeuren: Donnerstag bis Samstag, jeweils 10 - 13 und 14 - 18 Uhr. (Eine Homepage gibt es nicht.)