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Werbung Foto Grossbach 1956


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Das Ehepaar Grossbach betrieb bis 1976 Jahre ein Fotogeschäft an der Ecke Bahnhofstraße/Bahnhofsplatz. Die nachfolgenden Daten zum Geschäftsbetrieb und der bewegten Familiengeschichte hat Regina Grossbach (Essen) beigetragen. Das Ehepaar blieb (in 2. Ehe) kinderlos und ist zwischenzeitlich bereits verstorben.

Geboren in Riga führte Grossbach zunächst ein Fotogeschäft in Mitau (44 km südwestl. von Riga; heute Jelgava). Ein Großteil der deutschen Bevölkerung folgte 1939 im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts der Aufforderung "Heim ins Reich". Die Grossbachs siedelten 1940 nach Leslau (heute Włocławek, in Polen) um, wo Theodor wiederum ein Fotogeschäft führte. Im Krieg wurde die Familie getrennt. Herr Grossbach wurde 1941 zum Militär eingezogen und landete im Dezember 1945 in Guggenberg, während seine Frau und die drei Kinder in Sachsen waren. Erst 1949 gelang der in Hamburg lebenden Großmutter (Anna) über den Suchdienst des Roten Kreuzes eine Familienzusammenführung.

Theodor Grossbach arbeitete zunächst in einem Fotogeschäft in Memmingen (Bachschmid), machte sich dann aber insb. mit Arbeiten für die Amerikaner selbständig. 1948 war Grossbach in die Handwerksrolle
Augsburg eingetragen worden und hatte in Ottobeuren sein nächstes Geschäft eröffnet, in der Eldernstraße 137 (schräg gegenüber Riedele, heute Ludwigstraße). Die Ehe der Grossbachs wurde 1949 geschieden. Als Haushälterin war eine Frau Schwegele (geb. Gregg) aus Guggenberg engagiert (ihr Mann war nicht aus dem Krieg zurückgekommen).

Nach 1954 wurde das Geschäft in die Bahnhofstraße 55 verlegt verlegt; ca. 1974 dann in die Bahnhofstraße 28
bis zu seinem Tod im August 1976. Die Bilder, die uns Regina Grossbach zur Verfügung gestellt hat, zeigen den Standort Eldernstraße - neben Sandleiter. Auf einem Bild betrachtet Tochter Regina das Bild von Hündig "Flora".  In einer der anderen Auslagen scheint in der Dekoration der Traum von der ersten Italienreise auf "Ich war in Italien" - mit Chianti-Flaschen. Im Bild ganz rechts heißt es "Auf der Alm, da gibt's koa Sünd - aber Photo-Sünden" - mit Tipps für gelungene Bilder.

1952 war die Auswanderung nach Amerika geplant, sie scheiterte jedoch daran, dass die Kinder ohne Mutter waren. Grossbach - er wird als "still und ruhig" beschrieben - heiratete 1954 zum zweiten Mal, die aus Schlesien vertriebene Charlotte Dreise; die Kinder blieben beim Vater und der Stiefmutter. Allerdings verließen alle drei Kinder sehr früh das Haus.
Von Theodor Grossbach sind eine Reihe besonderer Fotos erhalten, z.B. von der Grundsteinlegung der evangelischen Kirche.