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01.03.1922 – Jubiläumsausgabe des Ottoberer Volksblatts (bzw. Wochenblatts)


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Mit einer undatierten „Sondernummer 1821-1921“ blickte die Redaktion des Ottobeurer Volksblatts auf 100 Jahre Ortsgeschichte zurück. Besonders wertvoll sind letztlich drei Themen, die in großer Ausführlichkeit dargestellt werden:
- die Geschichte der Lokalzeitung
- das Verkehrswesen in Ottobeuren
- die Wahlen am 14.09.1818 und der daraus folgende erste Gemeinderat, der unter Bürgermeister Franz Sales Riegg am 28.10.1818 seine Arbeit aufnahm.

Weniger spannend ist das lange Gedicht von „Joseph von der Günz“ (ein Pseudonym für Joseph Bareth, 1858-1933), das die ganze erste Seite einnimmt, sowie der Rückblick „Marksteine in der Geschichte Ottobeurens“, in dem im Wesentlichen nur die Elfhundertjahrfeier 1864 und die Einweihung des Kriegerdenkmals 1874 behandelt wird.
Spannend sind dagegen die sechs Seiten am Ende der Jubiläumsausgabe mit den Annoncen der Ottobeurer Geschäftswelt.

Leider ist die Sondernummer (Format ca. 53 x 35 cm) nicht datiert; vermutlich ist sie Anfang 1922 erschienen, da zweimal auf den Jahresanfang Bezug genommen wird. Nicht nachvollziehbar ist allerdings, warum als – vermeintliche – Erstausgabe die Zeitung vom 4. Jenner 1821 nicht nur genannt, sondern sogar abgedruckt ist, während es im Vorwort („Zum Geleite“) wörtlich heißt: „Eine lange lange Reihe von Jahren sind dahingegangen, seitdem am 2. März 1820 die erste Nummer des Blattes erschien unter dem Titel „Ottobeurisches Wochenblatt.“ Diese tatsächliche Nummer 1 können Sie im virtuellen Museum abrufen.

Es könnte sein, dass die Kriegsjahrgänge 1914-18, in denen die Zeitung wegen des Militärdienstes des Herausgebers nicht erscheinen konnte, abgezogen wurden, aber auch das geht nicht auf. Ggf. war das Erscheinen der Sondernummer einfach deshalb notwendig, um auf sich aufmerksam machen zu können, nachdem es mit dem „Ottobeurer Tagblatt“ seit 1898 eine echte Tageszeitung (mit sechs Ausgaben pro Woche) gab, die dem Volksblatt (vor April 1909: Ottobeurer Wochenblatt) durch die wirtschaftliche Konkurrenz das Leben schwer machte.

Noch heute haben etliche Ottobeurer ein Exemplar dieser Sonderausgabe, doch alle haben einen Mangel: An der Stelle der (einmaligen) Faltung sind die Buchstaben schlechter lesbar und ist das Papier besonders vergilbt. Für das hier abgedruckte Coverbild wurde deshalb ein großer Aufwand betrieben, diesen Mangel per Bildbearbeitung zu beheben - auch wenn es bei dieser Seite ausgerechnet zu einem Verrutschen der blauen Umrandung kam.

Viel Spaß beim Lesen der Sonderausgabe, die textdurchsuchbar gescannt wurde! Vermutlich lagen der Ausgabe zusätzlich Heimatblätter bei, die das Thema Säkularisation vertieft darstellten. Sie können diese Beilage hier abrufen.

Bearbeitung und Zusammenstellung: Helmut Scharpf, 04/2020