Marktgemeinde Ottobeuren
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03.05.1925 – Das Wagenbaugeschäft von Bernhard Nägele in Langenberg 2½


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Paulina und Bernhard Nägele posieren mit ihren Kindern vor der Wagnerei in Langenberg 2½ (Hausname „beim Nägele“), rechts ist ein Teil der 1911 neu gebauten Hölzle-Schmiede (Hausnummer 2, Hausname „beim Hütter“) zu sehen, links steht ein hölzerner Wagen. Zur Orientierung: Etwas weiter links vom Wald steht die Buschelkapelle. Das Gebäude aus dem Jahr 1874/75 gibt es nach wie vor. Nach dem Tod von Bernhard Nägele 1959 ging es ca. 1960 an die Familie Keßler, seit 1980 ist es im Besitz der Familie Fauter.

Der Versuch einer Eingrenzung: 1938 nennt Karl Schnieringer die Familie Nägele in seiner „Siedlungs- und Hofgeschichte der Gemeinde Guggenberg“ in der zum Haus recherchierten Geschlchterfolge:
Hausnummer 2 ½ – beim Nägele
(früher Nr. 9 ½)
Leerhaus; Neubau 1874/75 von Josef und Kresz. Traut. – 1898 Josef Traut und Mayer Kreszenz – 1905 Fuchsschwanz Magnus – 1905 Nägele Bernhard – 1920 Negele Bernhard und Paulina.
(Auch Schnieringer schreibt einmal Negele, dann Nägele!)

Im „Adreßbuch der Stadt Memmingen sowie der Landgemeinden des Bezirksamts Memmingen“ von 1926 (S. 244) gibt es einen Eintrag für „Negele Bernhard, Landwirt, Langenberg sowie Hölzle Leopold, Schmiedmeister, Langenberg“
Ob hier „Negele“ statt Nägele richtig wäre, ist unklar, die Hausnummer fehlt leider. (Als – Ottobeurer – Ortspfarrer ist Pater Augustin Grimm eingetragen, der Krimm hieß, Fehler waren also enthalten ...)

Eintrag im Adressbuch 1931 (S. 238): Negele Bernhard, Wagnermeister, Langenberg 2½

Im Einwohnerbuch von 1937 (S. 268) steht richtig: Bernhard Nägele, Wagnermeister, Langenberg 2½

Im Einwohnerbuch des Landkreises Memmingen für 1967, S. 212, fehlt unter der Adresse, in Ottobeuren und Guggenberg (einschl. Stephansried), gibt es eine größere Zahl von Nägeles; ob Nachkommen aus der Wagnerei oder nicht, sei dahingestellt:

Ottobeuren
Nägele Christine Schneiderin Schießstattweg 6
- Ernst, Schießstattweg 6
- Franz, Mech.-Mstr, Luitpoldstr. 26
- Georg Hausmeister, Schießstattweg 6
- Heinrich, Schlosser, Langenberger Str. 21
- Katharina Hsfr., Luitpoldstr. 26
- Ottilie, Hsfr., Langenberger Str. 21
- Sofie, Hsfr., Schießstattweg 6

Guggenberg
Alfred Landwirt, Stefansried 14 /s (?)
- Anna Hsfr. Stefansried 14 /s
- Georg Landwirt Langenberg 6½
- Ida Hsfr. Langenberg 6
- Johanna Rent. Langenberg 6½
- Maria Hsfr. Stefansried 14 /s
- Martin Landwirt Stefansried 14

Im Bayerischen Landes-Adreßbuch für Industrie, Handel und Gewerbe (Bayernbuch) 1928/29 fehlt der Eintrag entweder oder wurde übersehen!

Der Text der Ansichtskarte, die am 03.05.1925 an das „Fräulein Marie Keßler bei Herrn Oberforstrat Blum“ nach Linz, Mozartstrasse 25, ging, hat einen persönlichen Hintergrund, vermutlich war sie dort angestellt.

Liebe Marie!
Deinen Brief erhalten und haben das schon gedacht, was da kommen wird. Schreibe du nur in guter Ruhe bis du kommst. Vorher hat es ja keinen Wert, vor ihr nicht miteinander gesprochen habt. Es ist bis dahin schon noch Zeit. Frau Moser wird nächstens hinüber fahren und alles richtig besprechen. Es weiset (?) sonst im Hause niemand nichts.
Viele herzliche Grüße von uns allen sendet Paulina

Ein Fotograf wird nicht genannt, in dem Fall ist es wahrscheinlich, dass das Bild von einem der vielen fahrenden Fotografen aufgenommen wurde. Das Vergleichfoto stammt vom 27.01.2022.

Zur Familie Hölzle in Langenberg gibt es hier einen Eintrag. Die erste Schmiede müsste 1862 von Anton Hölzle erbaut worden sein, sie brannte 1883 ab, wurde aber unmittelbar danach wieder aufgebaut. 1926 wurde das Haus aufgestockt und verlängert. Die Schmiede als solche wurde bis 1980 betrieben. Von einem Neubau 1911, den Karl Schnieringer in seiner Guggenberg-Chronik (1938) erwähnt, ist in der Familie Hölzle nichts bekannt.

Link zum Schickling-Aquarell (Blick Richtung Langenberg)

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