28.12.1944 – Georg Petrich verstirbt im Lazarett in Lettland
Titel
28.12.1944 – Georg Petrich verstirbt im Lazarett in Lettland
Beschreibung
Nur vier Tage nach seiner Verwundung starb der in Eldern geborene Unteroffizier Georg Petrich im Lazarett in Aizdzīre in Lettland. Er war das zweite von sieben Kindern bzw. der älteste Sohn von Joseph Petrich (*20.03.1885, Hawangen, †12.03.1969, Ottobeuren) und Viktoria Petrich (geb. Zint, *17.06.1888, Dießen, 17.06.1888, wohnhaft auf dem Schießenhof, Eheschließung am 4. Mai 1918 in Ottobeuren, †13.01.1930 in Eldern; sie starb mit 41 Jahren an einer Gehirnhautentzündung)
Hermann Petrich (*3.4.1937 in Eldern) erinnerte sich am 11. April 2026 bei einem Zeitzeugeninterview an seinen Halbbruder:
„Georg war bei den Bombern Bordschütze. Ab Mitte 1944 war er selbst in der Pilotenausbildung, aber schon bald gab es keinen Sprit mehr. Die meiste Zeit war Georg in Frankreich; in Russland hat man dann die Luftwaffe zu Infanteristen gemacht. Er war mittlerweile Unteroffizier. In einer He 111 war er Bordschütze in der Glaskanzel. So ein Bomber hatte drei Schützen: einer schloss nach oben, einer nach vorne und der andere nach hinten. Eine HE111 kann man im Museum in Oberschleißheim (einem Ableger des Deutschen Museums) besichtigen [Wikipedia: „Größere Bedeutung erlangte die He 111 als Bomber. Von 1937 an bis Ende des Zweiten Weltkriegs wurden knapp 8000 Exemplare gebaut.“]
Dann hat man ihn – als Mitglied der Luftwaffen – in einer Luftwaffeneinheit als Zugführer der Infanterie (!) nach Lettland versetzt. Dort sind ja die Russen in Massen gekommen. Am Heiligabend 44 erlitt Georg einen Lungen-Durchschuss und ist vier Tage später anscheinend am eigenen Blut erstickt.“
In Frankreich hatte Georg Petrich die Luftwaffenhelferin Elli kennengelernt, sie wurde schwanger. Hermann: „Ja gut, auch im Krieg hat die Liebe eine Rolle gespielt. Frauen wurden damals dienstverpflichtet, aber schwanger wurde sie aus der Luftwaffe heimgeschickt.“ Die beiden heirateten und Elli bekam 1944 die Tochter Karin. Ob beide in Ottobeuren oder in Wien heirateten, kann Hermann heute nicht mehr sagen. Elli und ihre Tochter lebten in Wien unter der Adresse „Handelskai Hausnummer 208 Stiege 15“. Ende der 1950 Jahre waren beide einmal zu Besuch in Eldern 16.
Auf die Frage, ob er sich noch an den Moment erinnern kann als die Todesnachricht in Eldern eintraf, erzählte Hermann Petrich:
„Das habe ich noch sehr gut in Erinnerung! Nachdem Georg verheiratet war, hat ja die Elli in Wien die Nachricht bekommen, dass ihr Mann gefallen sei und sie hat uns geschrieben. Immer wenn die Post kam, hatte mein Vater die Angewohnheit, sich zum Öffnen mit einer Pobacke auf den Tisch zu setzen. Ich als Bub stand daneben und als der Brief aus Wien von der Elli kam, fängt der Vater plötzlich das Weinen an. Weinen ist Sache von uns Kindern, doch nicht von Erwachsenen! [Selbst sichtlich gerührt:] Das sind Momente!“
In der Nähe des Feldlazaretts 329, das am 21.10.1944 von Neu-Mocken (Lettisch: Jaunmokas) nach Adsirn (Lettisch: Aizdzīre; ca. fünf km südwestlich von Kandau / Kandava) verlegt worden war, wurde für Georg ein einfaches Birkenkreuz aufgerichtet; nach der Wende wurde er auf dem Soldatenfriedhof in Saldus begraben. Hermann Petrich konnte das Soldatengrab, das von der deutschen Kriegsgräberfürsorge gepflegt wird, besuchen und fotografierte es.
„In so einer Einheit, da ist immer der Spieß zuständig. Der Spieß ist der Innendienst-Verwalter. Er kümmert sich darum, dass wenn einer im Krieg gefallen ist, Fotos vom Grab gemacht werden; dass die „Hundemarke“ auseinander gebrochen wird. Die eine Hälfte der Erkennungsmarke dient der Dokumentation, die andere bleibt am Körper, sodass man anhand der Nummer weiß, wer der Getötete war. Aber wenn es einen zerfetzt hat, bleibst du unbekannt.“
Im „Allgäuer Beobachter“ ist keine Todesanzeige oder ein Nachruf erschienen (zumindest nicht im Janaur 1945).
Georg Petrich starb als einziges der insgesamt 11 Kinder aufgrund von Kriegsfolgen. „Nach dem Tod seiner ersten Frau Viktoria 1930 heiratete Joseph Petrich die 13 Jahre ältere Afra Högerle (*18.07.1898 in Sontheim, †8.3.1981 in Ottobeuren); sie arbeitete bei einem Bauern in Oberkammlach; die Eheschließung war am 19.07.1930. Es war eine Zweckheirat: zum einen mussten die sieben Kinder aus erster Ehe versorgt werden, zum anderen war Afra schon in die Jahre gekommen. Der Wirt Kennerknecht und der Säger Albrecht hatten sich auf Brautschau begeben, damit Josef wieder ein Weib kriegt. In Oberkammlach waren sie fündig geworden; innerhalb von nur vier, fünf Wochen hat man geheiratet.“
Drei der acht Brüder (Georg *1920, Karl *1921 und der Hoferbe Josef *1927) waren im Krieg, die anderen (Adolf *1929, Rudolf Anton *1931, Martin Paul *1932, Hermann *1937 und Walter Johann *1940) waren schlicht noch zu jung. Hermann: „Der zweite – Karl – wurde 1944 in Frankreich bei der Invasion gefangen und kam über England nach Amerika in Kriegsgefangenschaft. Er ist – ich weiß es nicht so genau – Ende 45 oder Anfang 46 entlassen worden.
Der Sepp wurde im März 1945 18. Erst kurz vor Kriegsende war er also wehrpflichtig, rückte ein und machte die Grundausbildung. In Innsbruck geriet er in Gefangenschaft und kam etwa im Juli 45 heim. Meine Eltern waren im „Kähla“ hinten – die Wiesen zwischen der Straße nach Ollarzried und dem Schelmenheider Wald; mich mit meinen acht Jahren hat man immer als „Haushüat“ hingestellt. Ich war anscheinend der zuverlässigere; der Paul musste schon arbeiten, der Walter war noch zu klein. Da kommt also der Sepp heim, hat sich ein paar Eier in die Pfanne gehauen und hat gegessen. Ich habe ihn gefragt: „Darfst du das überhaupt?“ Können Sie sich das vorstellen? So sind wir erzogen worden!“
Etliche Söhne aus verschiedenen Petrich-Familien in Ottobeuren sind sowohl auf dem Kriegerdenkmal als auch auf speziellen Seiten gelistet, darunter drei Mal der Name Georg Petrich:
Unteroffizier Georg Petrich, *02.03.1920 in Eldern; †28.12.1944, Feldlazarett 329 in Aizdzīre (dt. Adsirn), Lettland
Außerdem Kanonier Franz Josef Petrich, *07.03.1912 in Stephansried, †18.03.1945
Obergefreiter Georg Petrich, *13.07.1912 in Reuthen, †10.03.1942, Elisawetowka, Ukraine
Eintrag Kriegerdenkmal:
Obergefreiter Georg Petrich, †1943
Stabsgefreiter Johann Baptist Petrich, *10.02.1915 in Betzisried, 14.10.1944, Kgf. Laz. Saporoshje, Ukraine
Josef Petrich, vermisst
Theo Petrich, †1943
Dass sich die Fotos und Dokumente erhalten haben, ist Hermann Petrich zu verdanken. Die Alben enthalten etliche Fotos aus dem aktiven Kriegseinsatz, u.a. das bekannte Fotomotiv aus Simferopol auf der Krim*. Er erzählte: „Die Fotos sind vom Schorsch aus den Alben. Die Alben haben sie nicht mit in den Krieg genommen, die haben sie daheim gelassen. Als meine Eltern starben, sind die Sachen dann rum gelegen und ich habe – was ich erwischt habe – kassiert und habe die aufgehoben, darunter auch Nachweise, Geburtsurkunden, beziehungsweise die Ahnentafel und sogar den sogenannten Ariernachweis.“
*Auf den Wegweisern stehen folgende Orte:
Ssimferopol (ohne km, da Ort der Aufnahme), Kirkenes 6200 km, Biarritz 4600 km, Bukarest 1500 km, Wien 2600 km, Berlin 3450 km, Paris 3810 km, Antwerpen 3700 km, Hamburg 3650 km, Lüneburg 3600 km, Bremen 3600 km, Oldenburg 3650 km, Nienburg 3530 km, Verden 3570 km. Anders als auf anderen Aufnahmen, die sich im Internet finden, hängt rechts auch noch ein Hitler-Portrait an der Wand, unter den Wegweisern ist eine Tafel auf Kölsch angebracht: „Wär mööch zo Foß noh Kölle gon?“
Solche Wegweiser waren auch propagandistisch gedacht: Sie sollten die große Entfernung zur Heimat verdeutlichen und gleichzeitig symbolisieren, wie weit die deutschen Truppen vorgedrungen waren.
Die 11 Kinder hat es in alle Richtungen zerstreut: Radolfzell, Heidenheim, Heimertingen, Sulzbach, München, Ottobeuren, Walli war in Kempten, Maria war in Weiler und später in Füssen und die Senz – nach kurzer Zeit bei den Benediktinerinnen in Dießen – in Bad Grönenbach und im Schutzengelheim in Lautrach. Nur Josef Petrich (*7.3.1927, †27.03.2010, er starb an Darmkrebs) blieb mit seiner Frau Emma auf dem Hof in Eldern; er ist zusammen mit seiner Schwiegermutter (Maria Haas, *29.4.1898, †25.11.1973) auf dem Friedhof in Ottobeuren begraben; das eigentliche Familiengrab wurde bereits aufgelöst. Josefs Frau Emma lebt noch – in der Günzpassage.
Nach seiner Ausbildung bei der Firma Martin verließ Hermann als letztes der 11 Kinder 1959 Ottobeuren, wurde Grenzschützer beim Bundesgrenzschutz und war u.a. an der Zonengrenze und als Personenschützer bei Bundeskanzler Adenauer eingesetzt.
Viele von Hermanns Geschichten, vom Hof in Eldern 16 (alte Hausnummer vor 1951: 210, heute Familie Blasius), vom Vater im ersten Weltkrieg, vom Einmarsch der Amerikaner 1945, von seiner Schulzeit unter den Lehrern Karl Schnieringer und Kopp müssen noch festgehalten werden!
Einige der Fotos sind hier zunächst erst als Screenshots eingepflegt, werden aber später noch im Original hochgeladen!
Hermann Petrich (*3.4.1937 in Eldern) erinnerte sich am 11. April 2026 bei einem Zeitzeugeninterview an seinen Halbbruder:
„Georg war bei den Bombern Bordschütze. Ab Mitte 1944 war er selbst in der Pilotenausbildung, aber schon bald gab es keinen Sprit mehr. Die meiste Zeit war Georg in Frankreich; in Russland hat man dann die Luftwaffe zu Infanteristen gemacht. Er war mittlerweile Unteroffizier. In einer He 111 war er Bordschütze in der Glaskanzel. So ein Bomber hatte drei Schützen: einer schloss nach oben, einer nach vorne und der andere nach hinten. Eine HE111 kann man im Museum in Oberschleißheim (einem Ableger des Deutschen Museums) besichtigen [Wikipedia: „Größere Bedeutung erlangte die He 111 als Bomber. Von 1937 an bis Ende des Zweiten Weltkriegs wurden knapp 8000 Exemplare gebaut.“]
Dann hat man ihn – als Mitglied der Luftwaffen – in einer Luftwaffeneinheit als Zugführer der Infanterie (!) nach Lettland versetzt. Dort sind ja die Russen in Massen gekommen. Am Heiligabend 44 erlitt Georg einen Lungen-Durchschuss und ist vier Tage später anscheinend am eigenen Blut erstickt.“
In Frankreich hatte Georg Petrich die Luftwaffenhelferin Elli kennengelernt, sie wurde schwanger. Hermann: „Ja gut, auch im Krieg hat die Liebe eine Rolle gespielt. Frauen wurden damals dienstverpflichtet, aber schwanger wurde sie aus der Luftwaffe heimgeschickt.“ Die beiden heirateten und Elli bekam 1944 die Tochter Karin. Ob beide in Ottobeuren oder in Wien heirateten, kann Hermann heute nicht mehr sagen. Elli und ihre Tochter lebten in Wien unter der Adresse „Handelskai Hausnummer 208 Stiege 15“. Ende der 1950 Jahre waren beide einmal zu Besuch in Eldern 16.
Auf die Frage, ob er sich noch an den Moment erinnern kann als die Todesnachricht in Eldern eintraf, erzählte Hermann Petrich:
„Das habe ich noch sehr gut in Erinnerung! Nachdem Georg verheiratet war, hat ja die Elli in Wien die Nachricht bekommen, dass ihr Mann gefallen sei und sie hat uns geschrieben. Immer wenn die Post kam, hatte mein Vater die Angewohnheit, sich zum Öffnen mit einer Pobacke auf den Tisch zu setzen. Ich als Bub stand daneben und als der Brief aus Wien von der Elli kam, fängt der Vater plötzlich das Weinen an. Weinen ist Sache von uns Kindern, doch nicht von Erwachsenen! [Selbst sichtlich gerührt:] Das sind Momente!“
In der Nähe des Feldlazaretts 329, das am 21.10.1944 von Neu-Mocken (Lettisch: Jaunmokas) nach Adsirn (Lettisch: Aizdzīre; ca. fünf km südwestlich von Kandau / Kandava) verlegt worden war, wurde für Georg ein einfaches Birkenkreuz aufgerichtet; nach der Wende wurde er auf dem Soldatenfriedhof in Saldus begraben. Hermann Petrich konnte das Soldatengrab, das von der deutschen Kriegsgräberfürsorge gepflegt wird, besuchen und fotografierte es.
„In so einer Einheit, da ist immer der Spieß zuständig. Der Spieß ist der Innendienst-Verwalter. Er kümmert sich darum, dass wenn einer im Krieg gefallen ist, Fotos vom Grab gemacht werden; dass die „Hundemarke“ auseinander gebrochen wird. Die eine Hälfte der Erkennungsmarke dient der Dokumentation, die andere bleibt am Körper, sodass man anhand der Nummer weiß, wer der Getötete war. Aber wenn es einen zerfetzt hat, bleibst du unbekannt.“
Im „Allgäuer Beobachter“ ist keine Todesanzeige oder ein Nachruf erschienen (zumindest nicht im Janaur 1945).
Georg Petrich starb als einziges der insgesamt 11 Kinder aufgrund von Kriegsfolgen. „Nach dem Tod seiner ersten Frau Viktoria 1930 heiratete Joseph Petrich die 13 Jahre ältere Afra Högerle (*18.07.1898 in Sontheim, †8.3.1981 in Ottobeuren); sie arbeitete bei einem Bauern in Oberkammlach; die Eheschließung war am 19.07.1930. Es war eine Zweckheirat: zum einen mussten die sieben Kinder aus erster Ehe versorgt werden, zum anderen war Afra schon in die Jahre gekommen. Der Wirt Kennerknecht und der Säger Albrecht hatten sich auf Brautschau begeben, damit Josef wieder ein Weib kriegt. In Oberkammlach waren sie fündig geworden; innerhalb von nur vier, fünf Wochen hat man geheiratet.“
Drei der acht Brüder (Georg *1920, Karl *1921 und der Hoferbe Josef *1927) waren im Krieg, die anderen (Adolf *1929, Rudolf Anton *1931, Martin Paul *1932, Hermann *1937 und Walter Johann *1940) waren schlicht noch zu jung. Hermann: „Der zweite – Karl – wurde 1944 in Frankreich bei der Invasion gefangen und kam über England nach Amerika in Kriegsgefangenschaft. Er ist – ich weiß es nicht so genau – Ende 45 oder Anfang 46 entlassen worden.
Der Sepp wurde im März 1945 18. Erst kurz vor Kriegsende war er also wehrpflichtig, rückte ein und machte die Grundausbildung. In Innsbruck geriet er in Gefangenschaft und kam etwa im Juli 45 heim. Meine Eltern waren im „Kähla“ hinten – die Wiesen zwischen der Straße nach Ollarzried und dem Schelmenheider Wald; mich mit meinen acht Jahren hat man immer als „Haushüat“ hingestellt. Ich war anscheinend der zuverlässigere; der Paul musste schon arbeiten, der Walter war noch zu klein. Da kommt also der Sepp heim, hat sich ein paar Eier in die Pfanne gehauen und hat gegessen. Ich habe ihn gefragt: „Darfst du das überhaupt?“ Können Sie sich das vorstellen? So sind wir erzogen worden!“
Etliche Söhne aus verschiedenen Petrich-Familien in Ottobeuren sind sowohl auf dem Kriegerdenkmal als auch auf speziellen Seiten gelistet, darunter drei Mal der Name Georg Petrich:
Unteroffizier Georg Petrich, *02.03.1920 in Eldern; †28.12.1944, Feldlazarett 329 in Aizdzīre (dt. Adsirn), Lettland
Außerdem Kanonier Franz Josef Petrich, *07.03.1912 in Stephansried, †18.03.1945
Obergefreiter Georg Petrich, *13.07.1912 in Reuthen, †10.03.1942, Elisawetowka, Ukraine
Eintrag Kriegerdenkmal:
Obergefreiter Georg Petrich, †1943
Stabsgefreiter Johann Baptist Petrich, *10.02.1915 in Betzisried, 14.10.1944, Kgf. Laz. Saporoshje, Ukraine
Josef Petrich, vermisst
Theo Petrich, †1943
Dass sich die Fotos und Dokumente erhalten haben, ist Hermann Petrich zu verdanken. Die Alben enthalten etliche Fotos aus dem aktiven Kriegseinsatz, u.a. das bekannte Fotomotiv aus Simferopol auf der Krim*. Er erzählte: „Die Fotos sind vom Schorsch aus den Alben. Die Alben haben sie nicht mit in den Krieg genommen, die haben sie daheim gelassen. Als meine Eltern starben, sind die Sachen dann rum gelegen und ich habe – was ich erwischt habe – kassiert und habe die aufgehoben, darunter auch Nachweise, Geburtsurkunden, beziehungsweise die Ahnentafel und sogar den sogenannten Ariernachweis.“
*Auf den Wegweisern stehen folgende Orte:
Ssimferopol (ohne km, da Ort der Aufnahme), Kirkenes 6200 km, Biarritz 4600 km, Bukarest 1500 km, Wien 2600 km, Berlin 3450 km, Paris 3810 km, Antwerpen 3700 km, Hamburg 3650 km, Lüneburg 3600 km, Bremen 3600 km, Oldenburg 3650 km, Nienburg 3530 km, Verden 3570 km. Anders als auf anderen Aufnahmen, die sich im Internet finden, hängt rechts auch noch ein Hitler-Portrait an der Wand, unter den Wegweisern ist eine Tafel auf Kölsch angebracht: „Wär mööch zo Foß noh Kölle gon?“
Solche Wegweiser waren auch propagandistisch gedacht: Sie sollten die große Entfernung zur Heimat verdeutlichen und gleichzeitig symbolisieren, wie weit die deutschen Truppen vorgedrungen waren.
Die 11 Kinder hat es in alle Richtungen zerstreut: Radolfzell, Heidenheim, Heimertingen, Sulzbach, München, Ottobeuren, Walli war in Kempten, Maria war in Weiler und später in Füssen und die Senz – nach kurzer Zeit bei den Benediktinerinnen in Dießen – in Bad Grönenbach und im Schutzengelheim in Lautrach. Nur Josef Petrich (*7.3.1927, †27.03.2010, er starb an Darmkrebs) blieb mit seiner Frau Emma auf dem Hof in Eldern; er ist zusammen mit seiner Schwiegermutter (Maria Haas, *29.4.1898, †25.11.1973) auf dem Friedhof in Ottobeuren begraben; das eigentliche Familiengrab wurde bereits aufgelöst. Josefs Frau Emma lebt noch – in der Günzpassage.
Nach seiner Ausbildung bei der Firma Martin verließ Hermann als letztes der 11 Kinder 1959 Ottobeuren, wurde Grenzschützer beim Bundesgrenzschutz und war u.a. an der Zonengrenze und als Personenschützer bei Bundeskanzler Adenauer eingesetzt.
Viele von Hermanns Geschichten, vom Hof in Eldern 16 (alte Hausnummer vor 1951: 210, heute Familie Blasius), vom Vater im ersten Weltkrieg, vom Einmarsch der Amerikaner 1945, von seiner Schulzeit unter den Lehrern Karl Schnieringer und Kopp müssen noch festgehalten werden!
Einige der Fotos sind hier zunächst erst als Screenshots eingepflegt, werden aber später noch im Original hochgeladen!
Urheber
diverse
Quelle
Hermann Petrich
Verleger
Helmut Scharpf
Datum
1944-12-28
Mitarbeiter
Hermann Petrich
Rechte
gemeinfrei







