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24.12.1932 - Weihnachtsfeier des evangelischen Vereins im Gasthof Mohren


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Denkt man heutzutage an die üblichen Weihnachtsfeiern von Vereinen und Betrieben, so passen diese mit ihrem geselligen und kulinarischen Ansatz so gar nicht in die Zeit, denn eigentlich handelt es sich bei der Adventszeit um eine Zeit des Fastens.

Ein sehr frommes Bild zeigt uns die Aufnahme von der Weihnachtsfeier des evangelischen Vereins, die 1932 im Gasthof Mohren entstanden ist. Drei weiß gekleidete und weiß bekränzte Mädchen gruppieren sich um einen reich geschmückten Weihnachtsbaum. Das vordere Mädchen kniet vor dem Tisch, auf dem der Baum steht, und faltet betend die Hände.
Das linke Mädchen heißt Irene, der Nachname ist nicht bekannt. Vermutlich ließen sich alle drei noch identifizieren. Aus Irenes Familie noch zwei weitere Bilder, die zwar nichts mit der Weihnachtsszene zu tun haben, aber eben mit ihrer Familie: ein Bild mit ihrer Mutter Gertrud am Schachenweiher – ebenfalls 1932 – und ein Bild, das den Betsaal der evangelischen Kirchengemeinde im Ämtergebäude zeigt. Die Beschriftung weist auf das Jahr 1952 hin und dass dort ein „Alfred“ von Pfarrer Krehl getauft worden sei. (Alfred war ev. ein Nachzügler und Bruder Irenes.)
Der Gasthof Mohren scheint eine Art Stammlokal der Protestanten gewesen zu sein, denn auch die Wahl des ersten Kirchenvorstandes im Januar 1937 (s.u.) fand dort statt. Zu der Zeit gab es weder eine evangelische Kirche, noch einen Betsaal (s. Bild von 1952).
 
Die evangelische Gemeinde in Ottobeuren umfasste in den 1930 Jahren etwa 100 Mitglieder. 1919 war der evangelische Verein gegründet worden. Nach Vorbereitungen seit Oktober 1934 kam es erst am 01.01.1937 zur Anerkennung einer „Tochterkirchengemeinde Ottobeuren“ der Muttergemeinde St. Martin in Memmigen. Dadurch wurde der „Evangelische Verein“ abgelöst. Die Wahl eines ersten Kirchenvorstandes fand am 20.01.1937 im Rahmen einer öffentlichen Versammlung im Gasthaus Mohren statt, bei der 38 anwesende Gemeindemitglieder (von insgesamt 55 Wahlberechtigten) ihre Stimme abgaben.

Zu Pfarrer Krehl finden Sie im virtuellen Museum (auf der Seite der Grundsteinlegung der evangelischen Kirche 1955) folgenden Hinweis:
„Bis 1946 kam Pfarrer Pommer aus Memmingen mit dem Moped, 1947 begann der aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrte schlesische Pfarrer Krehl Gottesdienste in Ottobeuren abzuhalten. Krehl lebte in Ollarzried und kam zu Fuß zum Religionsunterricht, zum Abendmahl ins Krankenhaus oder zu den Gottesdiensten nach Markt Rettenbach. Erst später hatte auch er ein Moped.“

Mit etwas Glück werden in den Zeitungen aus der Zeit noch Berichte über die Weihnachtsfeier auftauchen!

Die drei Bilder stammen aus der Sammlung von Helmut Scharpf (12/2016).