25.05.1916 – Blick in die Alexanderstraße
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Beschreibung
Beschriftet ist das Glasnegativ mit „Ulrichstraße nach dem Hagelunwetter 25.05.1916, 15.30 Uhr“. Gerade war die „Allgäuer Kriegswallfahrt“ zu Ende gegangen, die Max Pfalner ebenfalls fotografisch festgehalten hatte. Zu sehen ist die Alexanderstraße in Richtung goldener Hirsch und Basilika; die Ulrichstraße beginnt nach der Günzbrücke. Links der Schneiderhof und das Denkmal für den Ottobeurer Kirchenpatron, den Heiligen Alexander, der hier seit 1875 steht und der im Mai 2026 gerade von Hans Müller restauriert wird. Der jetzige Alexanderbrunnen ersetzte die auf einem Sockel stehende barocke Alexander-Statue, die ca. April 1954, „wegen der Gefahr der Verwitterung abgenommen werden musste“ (MMZ, 22.07.1954). Steinbildhauer Max Holzmann, der unmittelbar daneben seinen Betrieb hatte, ersetze die Sandsteinfigur durch eine Nachbildung mit Brunnen.
Der Plan, das Denkmal bis zum Konzerttag mit den Wiener Symphonikern am 15. August 1954 aufzustellen, konnte nicht verwirklich werden, entweder wegen Verzögerungen durch den Steinmetz oder wegen des krankheitsbedingten längeren Ausfalls von Abt Vitalis Maier. Max Holzmann bearbeitete den 29 Zentner schweren Block, von dem nach der Behauung noch 15 Zentner übrigblieben; die Brunnenschale samt der Anlage sind ein Entwurf von Holzmann. Die Fassung von Helm, Fähnlein und Schild in Gold ist historisch überliefert. (Der ursprüngliche Alexanderbrunnen auf dem Marktplatz war am 27.09.1737 anlässlich der Grundsteinlegung zum Bau der heutigen Basilika durch Rupert Ness eingeweiht worden.)
Am 16.07.1955 – ein Tag vor dem Alexanderfest – kam es dann zur Einweihung; u.a. sang der Restaurator Hans Müller damals selbst mit, der Kinderchor unter Lehrer Kopp sang das „Alexanderlied“.
An einem der rechten Häuser sieht man eine Heiligenfigur, hier der Hl. Johannes, den Hans Müller vor ca. 20 Jahren einmal restauriert hat. Das Haus war seinen Angaben zufolge mal ein „Zwischenkloster“ für Nonnen, die sich nicht auf eine ewige Profess festlegen wollten. Nach 1946 übernahm die Familie von Franz Thiel das Haus; die Figur wurde aus Furcht vor Diebstahl abgenommen, sie befindet sich aber nach wir vor vor Ort (bei Axel Thiel).
Zum Hagelunwetter muss erst noch recherchiert werden!



