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13.11.1918 – Erinnerung an den Ersten Weltkrieg durch die Gemeinde Haitzen


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Zwei Tage nach dem Ende des Ersten Weltkriegs starb mit Johann Kofler ein letzter Bürger der früher selbständigen Gemeinde Haitzen an den Kriegsfolgen. Zum ehrenden Andenken an die Teilnehmer und Gefallenen aus der Gemeinde ließ die Gemeinde die großformatige Tafel (DIN A0) erstellen („Zur Erinnerung an den Weltkrieg 1914 - 1918. Gewidmet zum Andenken von der Gemeinde Haitzen“), auf der neben dem Bürgermeister Franz Sales Kofler und dem Ottobeurer Ortspfarrer, Pater Augustin Krimm (Pfarrer von 1912 - 1930) alle Männer abgebildet und auch namentlich verewigt sind, die am Krieg teilgenommen hatten. Kofler war im vorherigen Krieg gegen Frankreich 1870/71 beteiligt und trägt seine Auszeichnungen; sein Name steht auf der Veteranen-Ehrentafel auf dem Ottobeurer Friedhof; mit großer Wahrscheinlichkeit war Franz Sales Kofler († 1921) bei der Einweihungsfeier der Veteranentafel 1911 dabei.

Die Gefallenen und die aufgrund Kriegseinwirkung Verstorbenen sowie diejenigen, die in Gefangenschaft geraten waren, außerdem ein vermisster Soldat – insgesamt 12 Personen – gruppieren sich um die beiden großen zentralen Portraits.
Die Fotos der Kriegsteilnehmer, die wieder in die Heimat zurückkamen - weitere 53 Personen - sind am Rand des Kartons aufgeklebt. Alles in allem sind auf der Tafel 67 Männer abgebildet.

Die Tafel hing im Gasthaus Steiner in Wolferts, das Frau Herz – zumindest als Ausflugsziel an den Wochenenden – noch bis 1980 betrieb. Seit über 40 Jahren verstaubte das Kriegsandenken im Dachboden und war entsprechend verdreckt, als Ralf Jäger sie Helmut Scharpf vom virtuellen Museum Anfang 2021 zeigte. Gott sei Dank war sie gerahmt und hinter Glas, insofern also etwas geschützt. Der Ottobeurer Kirchenrestaurator Hans Müller reinigte alles gründlich, die Tafel wurde in München gescannt und schon bald könnte sie – versehen mit einer rückwärtigen Sperrholzplatte und frisch restauriertem Rahmen – wieder in einer Gaststätte hängen: beim „Engel“ in Ottobeuren. (Wenn es soweit ist, wird dies hier bekanntgegeben.)

Zur Verifizierung könnten die „Allgäuer Kriegschronik“ und das Kriegerdenkmal in Ottobeuren herangezogen werden sowie die Zeitungen von damals. (Eine Chronik-Abschrift der Gefallenen aus dem Raum des heutigen Ottobeuren wurde bereits erstellt, ist aber noch nicht bearbeitet.)
Keine Unterlagen mehr dürften sich beim Ottobeurer Veteranenverein finden.

Nun zu den abgebildeten Soldaten im Zentrum der Tafel:

In der oberen Reihe (v.l.n.r.):
Schwank Josef (gefallen 08.11.1916)
Kofler Franz (gestorben 25.09.1914)
Kofler Fridolin (vermisst seit 15.07.1915)
Kofler Johann (gestorben 13.11.1918)
Diepolder Johann (gefallen 22.01.1916)

Links: Kutter Martin (gefallen 29.03.1918)
Rechts: Fischer Gottfried (gefallen 23.12.1916)

In der unteren Reihe:
Eitler Johann (gefallen 09.04.1917)
Utz Josef (gefangen)
Villinger Franz (gefangen)
Kutter Bartholomäus (gefangen)
Schalk Magnus (gefallen 16.08.1917)

Ob die Abbildungen der übrigen 53 Männer einem Muster folgen, ist nicht ersichtlich. (Bei zweien fehlt der Vorname, da ihre Familiennamen zu lang waren.) Hier die Namen in alphabetischer Reihenfolge:

Abröll Jakob, Achilles Johann, Albrecht Theodor, Arnold Josef, Benz Josef, Briechle Georg, Briechle Johann, Briechle Xaver, Demmeler Hermann, Diepolder Leonhard, Diethelm Johann, Diethelm Josef, Dreier Engelbert, Eichele Max, Epple Johann, Epple Nikolaus, Fischer Anton, Fischer Johann, Fischer Martin, Hartmannsberger, Herz Willibald, Kille Michael, Klein Jakob, Klein Josef, Klein Theodor, Kofler Benedikt, Kofler Mathias, Kofler Thomas, Kößler Johann, Krumm Andreas, Kutter Josef, Kutter Michael, Lohr Josef, Mayer Georg, Müller Michael, Niederweger, Petrich Josef, Petrich Leonhard, Petrich Leopold, Rothach Michael, Schalk Gottlieb, Schmalholz Franz, Schöffl Eugen, Schuster Peter, Sinner Willibald, Steiner Wilhelm, Utz Andreas, Villinger Josef, Vögele Johann, Weiß Josef, Wölfle Anton, Wüst Xaver, Zettler Georg.

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Ralf Jäger aus Wolferts sei für die Zurverfügungstellung der Originals herzlich gedankt!

Diese Liste ist auch als Excel-Datei abrufbar; einmal die 53 Namen, einmal sämtliche 67 Personen.
Bei genauem Hinsehen ließen sich aufgrund der Beschriftung einige der Haitzener Feuerwehrleute auf dem Bild von 1900 identifizieren. Die zweite Person von links unten könnte der Bürgermeister Kofler sein.

Recherche, Zusammenstellung, Abschrift: Helmut Scharpf, 06/2021