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26.08.2021 – Das „Café Hasebäck“ öffnet seine Pforten


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Dieses Café ist eine „Herzensangelegenheit“, so Angelika Holdenried kurz bevor die ersten Gäste kamen. Zusammen mit Susanne Steinleitner war sie im Frühjahr 2020 bei Klaus Osterrieder, der ihnen die Räumlichkeiten über dem Verkaufsraum der Bäckerei Hasebäck zeigte. Sie verliebten sich spontan in die Idee, die – schon seit 2015 gehegten – Pläne zur Eröffnung eines Cafés zu verwirklichen. Im Oktober 2020 begann der Ausbau des ersten Stocks, einige Fachfirmen waren einbezogen, es wurde vor allem Eigenarbeit geleistet.

Herausgekommen ist ein gemütliches Café mit 40 Plätzen. Vom Hauptraum aus ist der Blick frei nach unten in den seit 2015 vergößerten Verkaufsraum der Bäckerei, ein Nebenzimmer ermöglicht den Rückzug bei Treffen von Vereinen oder Sitzungen. Mit dem Slogan „Tradition trifft Moderne“, könnte man das Ergebnis bezeichnen. Die Bäckerei ist bereits 1756 entstanden – also noch vor der Einweihung der barocken Abteikirche. Aus der gotischen Vorläuferkirche („Kindelmann-Kirche“. s. Stich) wurden damals Holzbalken verbaut, die im Café nun wieder sichtbar gemacht wurden und die sich gut in die neu erstellten Holzvertäfelungen und ins wertige Design integrieren.

Beide Pächterinnen brachten ihre Stärken aus ihren früheren Berufen ein: Frau Steinleitner (aus Dietmannsried) war Bad-Gestalterin (s. Foto des exklusiven Waschbereichs vor der Toilette), während Frau Holdenried (aus Wildpoldsried) als ehemalige Einkäuferin für einem regionale Mode-Kette im Café fürs Merchandising zuständig ist: Viele der Deko-Artikel – von Kissen, Geschirr, Gemälden, bis zu Grußkarten und sogar die verwendeten Bio-Tees – können käuflich erworben werden.

Eine Mitarbeiterin unterstützt das Duo in der Küche. Im Wesentlichen werden zwar zunächst nur Produkte aus der Bäckerei verarbeitet, aber schon im Winter könnte es einen kleinen Mittagstisch geben. Schwerpunkte bleiben das umfangreiche Frühstücksangebot sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag. An jedem ersten Sonntag im Monat wird es von 8 - 14 Uhr ein „Spezial-Frühstück“ geben, für das man sich am besten telefonisch anmeldet (08332/9367266). Die Gäste können sich dabei z.B. auf selbstgemachte Marmeladen oder selbst eingekochten Holundersirup freuen. Klaus Ostenrieder wird – als Bäcker- und Konditormeister – exklusiv fürs Café Torten und Kuchen backen, die „to go“ dort aber auch mitgenommen werden können. Im Bild: Käse-Mohnkuchen, Champagner-Apfel-Kuchen, Bauernrahm-Kuchen, gedeckter Aprikosenkuchen, Tiramisu-Torte, Nuss-Buttercreme, Schwarzwälder-Torte, Himbeerschnitte mit Vanillecreme und Schokolade, Hasebäck-Schnitte, Himbeerschnitte und frischer Zwetschgendatschi. (Das Sortiment im Verkaufsraum der Bäckerei bleibt dessen ungeachtet unverändert.)

Am 26. August 2021, um 8 Uhr, öffnete das „Café Hasebäck“ seine Pforten. Eine regelrechte Eröffnungsfeier gab es nicht, die beiden Pächterinnen wollten peu à peu in ihre neue Aufgabe hineinwachsen. Zudem ist die Pandemie noch nicht vorbei und hinterlässt weiter ihre Spuren: „Die seit 23.8. geltenden 3-G-Regeln kommen leider ungelegen, weil man den Zugang nur Geimpften, Genesenen oder Getesteten ermöglich darf und dies Personal bindet“, so Susanne Steinleitner, aber insgesamt gesehen dürfte das Café auf große Nachfrage stoßen, da andere Ottobeurer Lokalitäten – wie das „Windbeutelparadies“ im Ratskeller, das „Café Heinz“ oder das „Anno Domini“ – erst später öffnen. In den Wochen vor der Eröffnung wurden an die Kunden der Bäckerei Handzettel verteilt, auf der Westseite des Gebäudes weist ein Banner auf das neue Angebot hin. Und schon am ersten Tag setzte ein regelrechter Run ein; die Betreiberinnen und ihre Personal hatten alle Hände voll zu tun. Erschöpft, aber glücklich sanken sie am späten abend in ihre Betten. „Nur das Mittagsangebot muss sich erst noch rumsprechen“, so Angelika Holdenried am dritten Tag.

Fairen Honig (von Breitsamer) gibt es bereits; für die Zukunft bietet sich eine Erweiterung des Sortiments um weitere Fairtrade-Produkte – z.B. fairen Orangensaft, Tees und Kaffee – an, auch eine Kooperation mit der gegenüberliegenden neuen Kaffee-Rösterei (der „Wachmacherei“) könnte zustande kommen.

Fotos und Zusammenstellung: Helmut Scharpf, 08/2021. Weitere Fotos folgen!