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09.02.2021 – 30 Jahre Biotopverbund Günztal und 20 Jahre Stiftung: Jubiläumsausgabe des „Günztal Spiegels“


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30 Jahre aktiver Naturschutz im Günztal, dem „längsten Bachsystem Bayerns“: 30 Jahre „Biotopverbund Günztal“ und 20 Jahre „Stiftung KulturLandschaft Günztal“. Das Infomagazin der Stiftung griff die Entwicklung in einer Jubiläumsausgabe auf, die Mitte Februar 2021 an die Mitglieder verschickt wurde. Initiator Michael Nett aus Ottobeuren zeichnet darin in persönlichen Erinnerungen die vielen Stationen der drei Jahrzehnte nach, von den ersten Anfängen bei Ottobeuren, über die Gründung der ersten Umweltstiftung in Bayerisch-Schwaben, über Preise und Erfolge. Ergänzt wird dies durch Beiträge der Mitarbeiter und Förderer.
Lassen wir Michael Nett selbst berichten:

Eine Erfolgsgeschichte: Von der Idee zur Stiftung

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Naturfreunde,
ich wurde schon oft gefragt, warum ich mich seit 30 Jahren für den Naturschutz im Günztal engagiere und wie es zur Gründung der „Stiftung KulturLandschaft Günztal“ kam. Das hat mehrere Gründe: Einer ist bestimmt, dass meine Mutter der Natur sehr verbunden war und ich das ein oder andere (Naturliebhaber-)Gen mitbekommen habe. Außerdem beobachtete ich in den 1980er/90er Jahren, dass die Natur im Günztal immer weiter zurückgedrängt wurde: Da wurde ein Graben oder eine Mulde verfüllt, ein Feldgehölz oder eine Hecke waren plötzlich verschwunden; die Feuchtwiesen im Günztal wurden immer artenärmer. Trollblumen und Knabenkräuter gab es immer seltener. Das war für mich der Anstoß, mich für die Natur im Günztal – in dem ich aufgewachsen bin und das ich liebe – einzusetzen.

Ich kann mich noch gut an die Reaktionen erinnern, als ich meine Idee von einem Biotopverbund zwischen Ottobeuren und Westerheim in Naturschutzkreisen vorstellte. Damals bin ich auf keine große Begeisterung gestoßen. Im Gegenteil, ich wurde belächelt. Im Nachhinein verständlich, da Biotopverbund und Ökosponsoring seinerzeit noch Fremdwörter waren. Als ich 1990 Herrn Walter Schneider (damals Vorsitzender der Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu des BUND Naturschutz) kennenlernte, ging es richtig los. Herr Schneider hatte mir zwei Unterallgäu-Ordner des „Arten- und Biotopschutzprogramms Bayern“ in die Hand gedrückt. Ich habe mich dann in die Thematik eingelesen und für den Bereich Ottobeuren - Hawangen einen Biotopvernetzungsplan erstellt. Auf dessen Grundlage haben wir dann u. a. Feuchtwiesen angepachtet und erste Maßnahmen durchgeführt. Das Wichtigste und Entscheidendste aber war, dass ich fünf Firmen aus der Region gewinnen konnte, die uns fünf Jahre lang finanziell unterstützten.

Nach mehrjährigen Vorbereitungen gingen wir dann 1994 mit dem Modellprojekt „Biotopverbund Westliche Günz – Ottobeuren“ an die Öffentlichkeit. Im Jahr darauf folgte ein weiterer Schritt in Richtung Professionalisierung. Die Regierung von Schwaben gab dem BN die finanzielle Möglichkeit, Herrn Dipl.-Ing. Peter Guggenberger-Waibel (Landschaftsarchitekt) über Werkvertrag für den Biotopverbund Günztal anzustellen. Die letzten 25 Jahre hat Peter Guggenberger-Waibel durch seine Fachkenntnisse und seinen unermüdlichen Einsatz maßgeblich für die Entwicklung des Biotopverbundes Günztal und unserer Stiftung beigetragen.

Walter Schneider war mir in der Aufbauphase des Biotopverbundes eine sehr große Hilfe, Ratgeber und Wegbegleiter, von dem ich in Sachen Naturschutz sehr viel lernen konnte. Leider konnte Walter Schneider aus gesundheitlichen Gründen ab 1996 nicht mehr an der Erfolgsgeschichte „Biotopverbund Günztal“ mitwirken. Für seine damalige Unterstützung bin ich ihm heute noch sehr dankbar. Bereits 1996 stellte sich die Frage, wie das bisher Erreichte nachhaltig abgesichert und weiter ausgebaut werden konnte. Außerdem entstand die Idee, einen Biotopverbund von den Quellen bis zur Mündung der Günz aufzubauen, da das bisherige Projektgebiet zwischen Ottobeuren und Westerheim nur eine ökologische Insel im Fließgewässersystem Günz war.

Da entstand in mir der Gedanke, eine Stiftung zu gründen. Normalerweise hat man das notwendige Kapital, um eine Stiftung zu gründen und sucht sich den passenden Stiftungszweck. Bei uns war es anders. Wir hatten schon den Stiftungszweck aufgebaut, aber kein Kapital und mussten einen Weg finden, um unsere Vision einer Günztal-Stiftung realisieren zu können.  
Die Lösung war der Förderverein der Stiftung KulturLandschaft Günztal e.V., den ich 1999 mit sieben Gleichgesinnten gründete. Seine ersten Aufgaben waren, die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, das notwendige Mindestkapital von 50.000 Euro einzuwerben und die Stiftung zu gründen. Der erste Grundstock dafür war der „Umweltpreis der Bayerischen Landesstiftung 1997“, den Walter Schneider und ich für unsere ehrenamtliche Arbeit erhalten hatten. Die zweite Aufgabe des Fördervereins ist, die Bewohner und Freunde des Günztals mit einzubinden, da eine Stiftung keine Mitglieder haben kann, durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und ehrenamtliche Mitarbeit die Projekte der Stiftung KulturLandschaft Günztal zu fördern und unterstützen.
Bereits nach einem Jahr ist es uns gelungen, die erforderlichen Voraussetzungen für die Stiftungsgründung zu schaffen: Bei der Gründungsveranstaltung am 21.09.2000 im Kaisersaal der Benediktinerabtei Ottobeuren konnte ich vom damaligen schwäbischen Regierungspräsidenten Ludwig Schmid die Stiftungsurkunde entgegennehmen.

Im Rückblick finde ich es beachtlich, welch nachhaltige Entwicklung die Verleihung des Umweltpreises an Walter Schneider und mich 1997 bewirkt hat. Es ist unglaublich, was seither alles passiert ist, was geleistet wurde und welchen überregionalen Stellenwert unsere Stiftung inzwischen erreicht hat. Das ist mir erst bei den Vorbereitungen zu unserem Jubiläum so richtig bewusst geworden. Dazu einige Beispiele:
 In den „Biotopverbund Günztal“ sind heute über 450 Hektar Naturschutzflächen eingebunden. Seitens der Stiftung sind davon 78 Hektar im Eigenbesitz, 17 Hektar sind gepachtet. Inzwischen sind in das Projektgebiet zwischen Ottobeuren und Westerheim ca. 130 ha in den Biotopverbund eingebunden, was 49 % der Zielkulisse entspricht.

Die „FlächenAgentur Günztal“ ist staatlich zertifizierter Ökokontobetreiber. Seit 2010 wurden für 17 Vorhabensträger 48 Hektar Kompensationsflächen bereitgestellt und auf diesen umfangreiche Gestaltungsmaßnahmen (z. B. Anlage von Tümpel und Kleingewässern, Pflanzungen von Feldgehölzen und Hecken) durchgeführt. Die Stiftung ist seit über 15 Jahren Träger der Qualitätsmarke „Umweltbildung.Bayern“. An den Exkursionen und dem Umweltbildungsprojekt „Wasserschule Günztal“ haben in den letzten 20 Jahren über 22.000 Kinder und Erwachsene teilgenommen.
Im Projekt „Günztal Weiderind“ mit der gefährdeten Haustierrasse „Original Braunvieh“ arbeiten wir aktuell mit acht Landwirten zusammen. Das Projekt wurde bereits drei Mal als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet. Im Rahmen der „Tümpelkampagne Günztal“ wurden auf 30 Maßnahmenflächen 88 Tümpel und Weiher in der Günzaue angelegt. Für dieses Projekt haben wir den mit 7500 Euro dotierten „Bayerischen Biodiversitätspreis 2018“ erhalten.

Unter dem Dach der Stiftung KulturLandschaft Günztal werden vier Treuhandstiftungen verwaltet, wie z.B. die „Naturschutzstiftung erdgas schwaben“. Deren jährliche Erträge kommen direkt den Naturschutzprojekten im Günztal zugute. Im Rahmen des Projektes „Naturschutz in Intensivgrünlandregionen am Beispiel Biotopverbund Günztal“, von 2015 bis 2020 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert, konnte das Stiftungs-Team um zwei weitere hoch motivierte Mitarbeiter erweitert werden. Bei diesem Projekt konnten u.a. mit 12 Landwirten Erfahrungen und Erkenntnisse mit einem alternativen Grünlandprogramm gewonnen werden, die Vorbild für andere Projekte sind.
Mit dem am 01.01.2020 gestarteten Großprojekt „Insektenfreundliches Günztal – naturschonende Grünlandwirtschaft im Biotopverbund“ unter wissenschaftlicher Begleitung der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität Osnabrück beginnt für die Stiftung KulturLandschaft Günztal eine neue Ära, von der wir vor 30 Jahren nicht einmal zu träumen wagten.
Das Insektenschutz-Projekt hat eine Laufzeit von sechs Jahren und wird vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn und vom Bayerischen Naturschutzfonds mit insgesamt ca. 3,3 Mio. Euro gefördert. Mit diesem Projekt konnten wir unser Team um drei weitere hoch qualifizierte Mitarbeiter aufstocken und unseren Wirkungskreis auf den Landkreis Günzburg erweitern.

Damit erstreckt sich das Projektgebiet nun auf das gesamte Wassereinzugsgebiet der Günz mit 710 Quadratkilometern vom Voralpenland bis zur Mündung in die Donau.
Der Förderverein hat inzwischen über 300 Mitglieder und ist zu einer wichtigen Finanzierungssäule geworden, die uns eine gewisse Planungssicherheit gibt. Außerdem wären viele unserer Veranstaltungen ohne die tatkräftige Unterstützung durch unsere Ehrenamtlichen undenkbar.
Seit sechs Jahren ist German Weber – Biologie-Lehrer am Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen – zweiter Vorstand der Stiftung. Seine hervorragenden Fachkenntnisse und sein unermüdlicher Einsatz ist unseren Mitarbeitern und mir eine sehr große Hilfe.  

Aufgrund meiner Initiative wurde zum Tag der Stiftungen am 01.10.2016 die „Allianz der schwäbischen Naturschutzstiftungen“ gegründet. Ziel der 13 Mitgliedsstiftungen ist es, die Erfolge und Stärken der Stiftungen in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, über einen Fachaustausch ihre Arbeit zu optimieren und gemeinsame Projekte durchzuführen.
Im November 2010 wurde meine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit für die Natur im Günztal mit dem „Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten“ gewürdigt. Mit der Verleihung des „Umweltpreises der Bayerischen Landesstiftung 2020“, anlässlich unserer beiden Jubiläen „30 Jahre Biotopverbund Günztal“ und „20 Jahre Stiftung KulturLandschaft Günztal“ wurde die von uns über Jahrzehnte geleistete Naturschutzarbeit ausgezeichnet.

Der Biotopverbund Günztal und die Stiftung KulturLandschaft Günztal sind ein Gemeinschaftswerk, zu dem in den letzten drei Jahrzehnten viele Partner und Freunde, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zum Erfolg beigetragen haben. Deshalb danke ich allen ehrenamtlichen Helfern, Mitgliedern vom Förderverein, Spendern, Partnern der privaten Wirtschaft, Vertretern aus der Politik, Fachbehörden, Kommunen, Landwirten und Mitarbeitern:

• für Ihre Spenden, die wir zeitnah und direkt für unsere Naturschutzprojekte im Günztal einsetzen, z.B. zur Anlage von Tümpeln oder der Pflanzung von Feldgehölzen.
• für die Anlass-Spenden, die anlässlich von Geburtstagen, Jubiläen, Pensionierungen und sonstigen Anlässen anstatt von Geschenken für unsere Naturschutzarbeit gesammelt wurden.
• für die Zustiftungen, die wir dem Stiftungskapital zugeführt haben. Die jährlichen Erträge daraus kommen gezielt den Naturschutzprojekten im Günztal zugute und sichern die dauerhafte Arbeit der Stiftung.
• für die testamentarischen Zuwendungen, die uns in den letzten Jahren zugedacht und- wunschgemäß eingesetzt wurden.
• für die Patenschaften, die uns eine längerfristige Planungssicherheit gewährleisten.
• für Ihre Mitgliedschaften im Förderverein der Stiftung KulturLandschaft Günztal. Die Mitglieds- und Förderbeiträge sind für die Stiftung und den Biotopverbund Günztal ein wichtiges Fundament und bedeutende Standbeine unserer Naturschutzarbeit.
• für die Geldauflagen, die uns im Landgerichtsbezirk Memmingen von den Richtern und Staatsanwälten zugewiesen wurden.
• für ihre Unterstützung danken wir den Fachbehörden, den Kommunen und den Landwirten für die gute Zusammenarbeit und die Pflege unserer Stiftungsflächen.

Im Besonderen möchte ich mich auch bei meiner lieben Frau Ulrike bedanken, die in den letzten drei Jahrzehnten viel Verständnis für mein Engagement aufbringen und oft auf mich verzichten musste. Wir haben die letzten 30 Jahre für die Natur im Günztal sehr viel erreicht, auf das wir sehr stolz sein können. Für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft haben wir die Weichen gestellt und unsere interne Organisationsstruktur angepasst, sodass die Entscheidungswege auch künftig kurz und flexibel sind. Wir können dadurch schnell und unbürokratisch reagieren.
 
Die enge Zusammenarbeit mit den Behörden und die langjährigen Kooperationen mit verschiedensten Partnern machen uns zu einem erfahrenen und starken Ansprechpartner in Sachen Naturschutz im Günztal. Unsere Geschäftsstelle in Ottobeuren hat sich zu einem Kompetenzzentrum für Naturschutz im Günztal entwickelt.  Unser junges Mitarbeiterteam ist hervorragend ausgebildet und hoch motiviert, mit den Naturräumen im Günztal bestens vertraut, kennt die komplexen ökologischen Zusammenhänge und ist nahe an den Menschen vor Ort. Durch die inzwischen erreichte Größe und fachliche Kompetenz unserer sieben Mitarbeiter sind wir in der Lage auch große Projekte, wie aktuell das BfN-Insektenprojekt zu stemmen. Wir sind froh, dass wir uns dank gewachsener Kräften künftig noch intensiver den vor uns liegenden Herausforderungen stellen können.

Wir haben noch viel vor:
Der Biotopverbund Günztal ist eine große Vision für unsere Region. Aber nur wenn es uns gemeinsam gelingt, diese auch Realität werden zu lassen, werden wir das Artensterben aufhalten und wieder einen Aufwärtstrend einleiten können.
• Wir wollen nicht nur fordern, sondern vor allem handeln!
• Dafür wollen wir unsere 15 Kerngebiete entlang des Günztals weiter ausbauen und fit machen. Schädliche Einwirkungen wie z. B. Entwässerungen, Überdüngung und zu intensive Nutzung müssen hierfür so gut es geht weiter reduziert werden.
• Auch außerhalb der Kerngebiete ist es wichtig, möglichst viele ökologisch wertvolle Flächen als Trittsteine zu erhalten und zu gestalten.
• Die bisherige Biotopverbund-Arbeit im Ost- und Unterallgäu soll im Landkreis Günzburg bis zur Donau fortgesetzt werden.
• Unser Stiftungsland Günztal wollen wir dazu auf mindestens 150 ha Eigenflächen ausbauen.

Es gilt, in Zukunft den Schutz und die Nutzung der Natur noch besser zu vereinbaren. Wir wollen mit der Landwirtschaft und Landnutzern gemeinsam an Lösungen für mehr Biodiversität arbeiten:
• Dazu möchten wir „Biodiversitäts-Bauernhöfe“ unterstützen.
• Schonende Bewirtschaftungsmethoden sollen mehr Bedeutung bekommen und auch die Beweidung wieder eine größere Rolle spielen.
• Die Moor-Standorte im Tal sollen künftig klimaschonend als Dauergrünland bewirtschaftet werden.
• Links und rechts der Günz wollen wir ein breites Band, welches anstatt aus Maisäckern nur noch aus Wiesen und Weiden besteht.

Eine naturnahe Kulturlandschaft hat nicht nur einen großen Wert für Tiere und Pflanzen, sondern spielt als Erholungs- und Erlebnisraum sowie als Standortfaktor für unsere heimische Wirtschaft eine wichtige Rolle. Wir wollen für den Schutz der Natur noch viel mehr Menschen und Unterstützer gewinnen:
• Bei Bewohnern und Besuchern des Günztals wollen wir mehr Bewusstsein für die wertvollen Naturräume schaffen.
• Durch Umweltbildung wollen wir Menschen für die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung und zum Mitmachen gewinnen.
• Für ein erfolgreiches Arbeiten ist eine solide finanzielle Basis wichtig. Wir wollen in den nächsten Jahren unseren Förderverein weiter ausbauen, neue Fördermitglieder und Partner aus der privaten Wirtschaft gewinnen.
• Wir möchten unser Stiftungskapital auf eine Höhe bringen, die uns von staatlichen Förderungen unabhängiger macht.

Wie Sie sehen, haben wir für die Zukunft noch sehr viel vor, um den wunderschönen Lebensraum „Günztal“ für künftige Generationen zu erhalten. Auch im Hinblick auf den Klimawandel und dem dramatischen Artensterben stehen wir vor weiteren sehr großen Aufgaben. Um die Erfolgsgeschichte des „Biotopverbundes Günztal“ und der „Stiftung Kultur- Landschaft Günztal“ auch in den nächsten Jahrzehnten erfolgreich weiterführen zu können, ist es notwendig, dass wir von unseren bisherigen Partnern weiterhin unterstützt werden und sich weitere Freunde des Günztals im Rahmen ihrer Möglichkeiten in unsere Stiftergemeinschaft mit einreihen. Auch Sie sind dazu recht herzlich eingeladen. Jede Hilfe und Zuwendung ist uns willkommen.

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In der Jubiläumsausgabe finden sich außerdem die Stimmen von Mitarbeitern, Vorstandsmitgliedern und Sponsoren:

Projektleiter, Dipl.-Ing. Peter Guggenberger-Waibel („Naturschutzstrategie für das Günztal“):
Unsere Stiftung verfolgt das Ziel, einen „Biotopverbund“ aus naturnahen Lebensräumen entlang des Günztals zu knüpfen. Dazu entwickeln wir großflächige „Kerngebiete“, wie z.B. das Hundsmoor oder das Kettershausener Ried. Dazwischen schaffen wir zusätzlich kleinflächige „Trittsteine“, wie z. B. Tümpel, und bandförmige „Verbundkorridore“, zu denen beispielsweise Uferrandstreifen gehören. In diesem Netzwerk wollen wir alle hier in der Region typischen Tier- und Pflanzenarten erhalten. Dazu sind wir auf viele Kooperationspartner angewiesen. Ob Gemeinden, Behörden, Landwirtschaft oder private Flächenbesitzer, es gibt viele Möglichkeiten mitzuwirken. Wir beraten Sie gerne, wie auch Sie einen Beitrag dazu einbringen können!

Stellvertretender Stiftungsvorstand, Dipl.-Biologe German Weber („Biodiversität verstehen und erhalten – eine anspruchsvolle Aufgabe“): „Biodiversität“ oder übersetzt „Biologische Vielfalt“ meint deutlich mehr als „Artenvielfalt“. Biodiversität umfasst auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der die Arten beherbergenden Lebensräume. Den aktuellen Verlust der Biologischen Vielfalt, der in Geschwindigkeit und Ausmaß dem Aussterben der Dinosaurier gleicht, haben wir als dramatisch erkannt und er ist neben dem Klimawandel und der Welternährung die  zentrale Aufgabe, die über die Zukunft der Menschheit entscheiden wird.
Wir nehmen diese Aufgabe und Herausforderung an und finanzieren ein effektives Team hervorragend ausgebildeter und erfahrener Biodiversitätsexperten. Investieren auch Sie in unser motiviertes Team und spenden Sie, damit wir unsere Experten finanzieren können.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Stiftung Dr. Deniz Uzman (Umweltwissenschaftlerin), Peter Guggenberger-Waibel (Landschaftsarchitekt), Angelika Waritschlager (Verwaltungsfachkraft), Stefan Schütz (Agrarwissenschaftler), Elena Hofmann (Geoökologin), Sebastian Hopfenmüller (Ökologe), Julia Sing (Biologin) („Wir wollen etwas bewegen!“): Seit den Anfängen der Stiftung hat sich personell viel verändert und es gab stetig Zuwachs. Heute sind wir bereits sieben hauptamtliche Mitarbeiter*innen. Jede und jeder von uns kommt aus einer anderen Fachrichtung, bringt unterschiedliche Erfahrungen mit und hat persönliche Interessen und Stärken. Gerade durch diese Vielfalt macht die Arbeit besonders Spaß und wir freuen uns, unsere Arbeitskraft und unser Können einzusetzen, um den Naturschutz und die Stiftung entlang der Günz weiter voranzubringen.
Wir zusammen lassen Naturschutz in unserer Region erfahrbar werden. Die Erfolgsgeschichte der Stiftung, der zwischenmenschliche Kontakt und die abwechslungsreichen Aufgaben machen die Mitarbeit so inspirierend und es ist spannend, Teil des weiteren Weges der Stiftung zu sein.

Die Biologin am Max-Planck-Institut für Ornithologie und Stiftungsrätin, Dr. Auguste Prinzessin von Bayern („Die Liebe zur Natur als Berufung“): Seit meiner Kindheit bin ich von der Natur fasziniert. Sie ist ein großartiger Schatz und die Basis für unser aller Leben. Für mich als Wissenschaftlerin wurde sie sogar zum Beruf und vor Kurzem auch zur Berufung, Teil des Stiftungsrats der Stiftung KulturLandschaft Günztal zu werden. Ich bin beeindruckt, mit wieviel Engagement und ökologischer Kompetenz hier im Günztal für die Biodiversität gekämpft wird.
Hier möchte ich mich einbringen. Besonders wichtig ist mir dabei die Umweltbildung. Denn sie ist der Schlüssel für mehr Verständnis über die Zusammenhänge, aber auch über die Verletzlichkeit unserer Umwelt. Unsere Zukunft muss deshalb ganz im Namen des Naturschutzes stehen. Nicht nur für die Stiftung. Für uns alle.

Vorstandsmitglied des Fördervereins Anke Oberdieck („Aktiv im Förderverein“): Von der Gründung 1999 bis heute ist der Förderverein auf rund 340 Mitglieder angewachsen. All diese Unterstützer sorgen mit ihren Mitgliedsbeiträgen nicht nur für eine wichtige Finanzierungsäule der Naturschutzarbeit im Günztal, sondern auch dafür, dass eine breite Öffentlichkeit über verschiedenste Veranstaltungen die Arbeit der Stiftung ganz „hautnah“ erleben kann. Und auch Sie können im Förderverein aktiv werden! Je nach Zeit und eigenen Fähigkeiten können Sie praktisch mithelfen oder sich mit eigenen Ideen einbringen. Neugierig geworden? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied und jede helfende Hand!

Der Geschäftsführer der Feneberg Lebensmittel GmbH und Förderer der Stiftung, Hannes Feneberg („Nicht nur reden, sondern handeln!“): Die Firma Feneberg unterstützt den Naturschutz im Günztal bereits seit 1994. Und auch persönlich bin ich als Mitglied im Stiftungsrat von Anfang an mit dabei. Was das Großartige an der Stiftung und deren Arbeit ist: hier werden nicht nur Forderungen aufgestellt, sondern hier wird angepackt. Ohne Scheuklappen und mit vielen Partnern arbeitet unsere Stiftungsmannschaft an einem Biotopverbund. Und die vielen Naturschutzflächen und Maßnahmen, die wir in all den Jahren schon schaffen konnten, sind ein toller Erfolg. Aber natürlich müssen wir weiter dranbleiben.
Unser Ziel, die Artenvielfalt im Günztal zu erhalten, ist schon eine riesige Aufgabe!

Der Werksleiter der Mang-Käsewerk GmbH & Co. KG, Jürgen Corpus („Unser Engagement für die Region Günztal“): Der erste Kontakt zwischen der Stiftung KulturLandschaft Günztal und dem Mang Käsewerk kam zustande, weil wir auf der Suche nach einer Ausgleichsfläche für unsere Betriebserweiterung waren. Die gute und professionelle Zusammenarbeit mit der Stiftung beim Thema Ausgleich hat uns überzeugt, die Arbeit der Stiftung auch darüber hinaus zu unterstützen. Unsere Region, in der wir arbeiten und von der wir leben, ist für unsere Firma sehr wichtig. Durch unsere mehrjährige finanzielle Unterstützung für die Artenvielfalt stärken wir die Lebensqualität der Region. Natur ist für uns ein wertvoller Standortfaktor.

Der Sprecher der Geschäftsführung erdgas schwaben, Markus Last („erdgas-schwaben-Naturschutzstiftung für das Günztal“): Als der Energiedienstleister für Bayerisch-Schwaben übernehmen wir für unsere Heimat eine ganz besondere Verantwortung. Deshalb gründeten wir bereits im Jahr 2008 die Naturschutzstiftung erdgas-schwaben als Treuhandstiftung unter dem Dach der Stiftung KulturLandschaft Günztal. Die damit verbundene Förderung wichtiger Naturschutzprojekte im Günztal ergänzt perfekt unser Engagement für die Menschen und die Natur in unserer Heimat. Mit den Stiftungsgeldern wird die Landschaft des Günztals reaktiviert. So werden Bäche renaturiert, Tümpel angelegt und Feuchtwiesen gepflegt. Eine wertvolle Investition in unsere Zukunft!

Der Vorsitzende des Stiftungsrats, Gunter Ernst („Das Günztal – unser aller Projekt“): Wenn Sie heute im Günztal wandern, freuen Sie sich vielleicht über viele neue struktur- und artenreiche Flächen, die in den letzten 20 Jahren hier entstanden sind. Die Stiftung möchte, dass es eines Tages im ganzen Tal – von der Quelle bis zur Mündung in die Donau – wieder summt und brummt. Dies ist aber nur gemeinsam zu schaffen. Gehen wir es also gemeinsam an! Jeder kann mithelfen durch Mitarbeit, Mitgliedschaft im Förderverein, Spenden oder sogar Zustiftungen. Nur so können wir das Ziel erreichen, die herrliche alte Kulturlandschaft im Günztal zu erhalten und auszubauen.
Bitte helfen Sie mit, dieses Kleinod zu schützen und zu bewahren!

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Ende der Abschrift, Helmut Scharpf, 03/2021