Marktgemeinde Ottobeuren
Marktplatz 16
87724 Ottobeuren
T. +49 (0)8332 9219-50
F. +49 (0)8332 9219-92
info@ottobeuren-macht-geschichte.de
www.ottobeuren-macht-geschichte.de




15.08.1902 – Kneipp-Verehrung


   Download

Der „Erste Wiener Kneipp-Verein christlicher Frauen“ legte am 15. August 1902 einen ausladenden Kranz am damals noch frei stehenden Sarkophag auf dem Wörishofer Friedhof nieder. Die Dankbarkeit der Menschen Kneipp gegenüber zeigte sich in vielfältiger Form.
Zum Abschluss des Kneipp-Jubiläumsjahres 2021 hier – als 764. Eintrag im virtuellen Museum – ein Beitrag zum Thema „Kneipp-Verehrung“.

Die Kneipp-Blätter griffen das abgebildete Ereignis von 1902 leider nicht auf; Jahresberichte des Vereins finden sich in der österreichischen Nationalbibliothek erst ab 1908.
Der Verein war 1902 gegründet worden und hatte 1907 bereits 2.000 Mitglieder, im 1909 herausgegebenen Rechenschaftsbericht für 1908 werden 1.700 Mitglieder genannt. Ziel des Vereins: Hilfe für Kranke aus der dienenden und arbeitenden Klasse. Ein Drittel der Mitglieder wurden unentgeltlich aufgenommen. Spenden wurden auch für ein Kneippdenkmal sowie ein Kneipp-Erholungsheim mit Kappelle (in Pfaffstätten) gesammelt. Im Bericht für 1913 wird die ansehnliche Spende von 100 Kronen der Kathreiners Kneippkaffee-Fabrik erwähnt.
Im siebenten Rechenschafts-Bericht für das Jahr 1908 heißt es von der Vereinsleitung (Obmann auch damals vermutlich Adalbert Florian Hollas, Stellvertreterin seine Frau Klara Hollas):
„Gott wird's jenen vergelten, die barmherzig sind. – Selig sind die, die Barmherzigkeit üben; denn sie werden wieder Barmherzigkeit erlangen.
Beten wir täglich auf diese gute Meinung, für das Gedeihen des Vereines der Samariterinnen des Ersten Wiener Kneipp-Vereines christlicher Frauen. Gott zum Gruße!“

Eine „Kneipp-Devotionalie“ der besonderen Art stellt das hier ebenfalls abgebildete goldene Medaillon dar, mit einer komplexen Ligatur aus Gold, innen ein Portrait Kneipps, daneben seine Haarlocke.

Auch Georg Mahler aus Ottobeuren verfügt über eine Abbildung Kneipps mit eingefasster Haarlocke.

Mehr zum Hintergrund der kostbaren Stücke demnächst!

Als Motiv diente gerne auch das Kneippdenkmal, die drei großen Kneipp-Heilstätten (Sebastianeum, Kneippianum und Kinderasyl), der Kneippbrunnen am Kurpark oder sein Grab auf dem Friedhof in Wörishofen. Hier zwei Karten, die 1909 bzw. 1910 nach St. Gallen liefen. Auf der Mehrbildkarte heißt es im gedruckten Text:

Denkmäler für Vater Kneipp
Die Stätten, die ein guter Mensch betrat, sind heilig noch nach vielen Jahren.

Du stilltest liebevoll gar viele Schmerzen,
Der Menschen Heil war stets Dein edles Streben.
Gings du auch heim – in abertausend Herzen
Wird Dein Gedenken ewig weiterleben.